Mittwoch, 13. April 2011

Ein paar kleine Dinge

Heute habe ich ein paar kleine Dinge zu erzählen, die in den letzten Wochen so passiert sind.
Vor nun knapp 2 Wochen habe ich mich nun endlich doch dazu entschieden ein kleines Geschenk an mich selbst zu machen, wenn ich schon hier bin. Also sind wir nach Villanueva gefahren um einen Jamon zu kaufen. Nach ein bisschen hin und herschauen habe ich dann einen mit 7,5 ! kg gefunden, der mit seinem Preis von 50 € auch in einer nicht so teuren Preisklasse lag. Ist natürlich kein Iberico, denn dafür hätte ich natürlich ungefähr das doppelte zahlen müssen, aber er schmeckt natürlich trotzdem unglaublich gut. Von daher heißt es nun etwas öfter: Bier aus dem Kühlschrank holen, den Schinken auf den Tisch stellen und frische Scheiben runter schneiden :). Mal schauen wie lange er hält.
Dann ist es jetzt hier seit knapp 2 Monaten möglich unglaublich viel Gemüse aus dem Campo zu ernten, was für alle Leute frei zugänglich ist. Bedeutet also dass man dann am Sonntag mal schnell auf Spargel-Suche geht, aber natürlich nur grüner. Neben Spargel kann man auch noch viele andere Pflanzen ernten, die ich bei uns noch nicht wirklich gesehen habe. Letztens habe ich zum Beispiel eine Pflanze probiert, die ungefähr wie Rocula schmeckt; nur noch ein bisschen bitterer.
Dann vor knapp einer Woche habe ich mir einmal den Volkssport der Spanier etwas näher angeschaut, denn neben Fußball ist hier auch noch Padel sehr beliebt. Padel ist in meinen Augen eine Mischung aus Tennis und Squash. Man hat dasselbe Feld wie bei Tennis, nur dass es bedeutend kleiner ist. Dazu kommt, dass alle Seiten mit Gitter begrenzt sind, wobei jeweils die Hinterseiten und das Ende der beiden Längsseiten bis zu einer gewissen Höhe aus Glas sind. Zu den Spielregeln vom Tennis kommen dann eben noch Regeln dazu inwieweit man das Glas ins Spiel mit einbeziehen kann. Denn wenn der Ball das Glas berührt, ist der Ball nicht im Aus. Wenn man den Leuten beim spielen zuschaut, kommt es einem oft vor als gäbe es keine Regeln, weil die Glaswände viele neue Schlagmöglichkeiten bieten. Zum Spielen benutzt man ganz normale Tennisbälle. Nur der Schläger ist kleiner als der beim Tennis (glaube ich) und ist aus einer Art Kohlefaser hergestellt. Insofern ist er also hart und nicht weich. Beim nächsten mal werde ich es vielleicht auch einmal selbst ausprobieren.
So dann die nächste Neuigkeit :). Ich wohne jetzt nicht mehr alleine hier in der Herberge, denn ich habe Gesellschaft aus Cordoba bekommen. Auf Grund eines krankheitsbedingten Ausfalls eines Arbeiters in Aprosuba arbeitet in der nächsten Zeit jemand neues hier und er wohnt nun unter der Woche in der Herberge und am Wochenende fährt er nach Cordoba. Also trinken wir natürlich ab und zu ein Bierchen mit Jamon oder Salchichas miteinander.
Letztes Wochenende habe ich dann auch mal wieder Puebla verlassen und bin nach Pescueza mit ASERMUN gefahren, um dort auf ein Rockfestival zu gehen. Das lustige an diesem Festival ist das es Festivalino heißt, was heißt kleines Fest. Denn das Fest ist in einem Dorf mit rund 150 Einwohnern. Aber natürlich sind dann zu dem Fest deutlich mehr Menschen da. Das ganze hat dann bei himmlischen Temperaturen von 30 Grad stattgefunden :).
Gestern habe ich mir dann auch mal Infos über das Osterfest geholt. Hier gibt es zunächst einmal viele Prozessionen, auf die werde ich aber in meinem nächsten Blogeintrag näher eingehen, was es aber nicht gibt, ist der Osterhase!! Also hier kennt man den Brauch von Osternester-Verstecken überhaupt nicht. Die Geschäfte sind auch nicht mit Osterhasen und -eiern übersät. Das einzige was mach noch macht ist, dass man unter seinen Nachbarn eine Art selbstgemachtes Spritzgebäcke verteilt.
So gerade fällt mir nicht mehr ein. Heute gab es ja wirklich viel verschiedenes zu erzählen :).

Mein Jamon
Frische Lonchas del Jamon

Montag, 28. März 2011

Valencia

So mit etwas Verspätung kommt nun noch der Bericht aus Valencia.
Vor 2 Wochen kam der Pascal mich hier in Puebla besuchen, um mal zu sehen wie es mir hier so ergeht. Am Mittwoch (vor einer Woche) haben wir uns dann auf den Weg nach Valencia gemacht, denn dort waren die Fallas. In der Welt ist dieses Fest als eines der größten Frühlings- und Pyrofeste bekannt und das wollten wir eben auskundschaften. Nach knapp 8 langen Stunden Zugfahrt kamen wir dann an und stießen gleich auf den ersten Festumzug. Also hieß es erst mal sich durch die ganzen Menschenmengen durch zuschieben, um unser Hostel im Zentrum von Valencia zu finden. Unser Hostel war wirklich Top; Mitten im Zentrum und super ausgestattet. Das Hostel war auch sehr international. Also konnte man von Amerikanern bis Franzosen alle möglichen Leute kennen lernen. Insofern hat sich schon einmal bewiesen, dass das Fest weltweit bekannt ist. Insgesamt waren wirklich sehr viele Mensch zu den Fallas in Valencia. Die Nachrichten haben sogar gesagt, dass dieses Jahr die größte Anzahl an Touristen zu den Fallas waren wie nie zuvor. Das ganze war wahrscheinlich auch deswegen, weil der 19 März ein Samstag war, also der Tag San Jose (in Spanien auch als Vatertag bekannt), und deswegen natürlich noch mehr Leute Zeit hatten. Nun mal zur Grundlage zu den Fallas. Die Grundessenz ist mehr oder weniger: wir bauen das ganze Jahr über riesige Statuen aus Holz und Styropor, diese stellen wir dann zu den Fallas aus, die beste wird gekürt und am Ende verbrennen wir alle und das ganze wird dann noch rund 2 Wochen zuvor mit viel Feuerwerk untermauert. Also eigentlich schon ein wenig verrückt, aber so ist das Fest halt. Dadurch dass wir an den letzten Tagen kamen, war natürlich am meisten geboten. Fast jeden Tag gab es also denselben Ablauf. Zunächst gibt es um 14.00 Uhr ein Tagesfeuerwerk, das heißt also, es werden Unmengen von Böllern über rund 10 Minuten verschossen. Dabei kommt man sich dann teilweise wirklich vor wie im Krieg. Teilweise hat man sogar den Boden unter sich ein bisschen bewegen gespürt. Also wirklich sehr laut. Dann gegen Spätnachmittag gab es dann immer den Fallera-Umzug. Denn jede Falla wird immer von einem Blog oder Stadtteil Valencias bezahlt und gebaut. Dadurch gibt es dann ganz viele Fallas-Vereine. Und diese Vereine veranstaltet dann immer einen Umzug, bei dem dann auch die Falleras, also die preisgekrönten Mädchen oder Frauen mit ihrer speziellen Fallas-Tracht, herumlaufen. Das ganze geht natürlich nicht an einem Tag, denn es gibt rund 400 Falla-Statuen. Diese Umzüge werden aber recht schnell langweilig, weil man immer wieder dasselbe sieht. Aber gehört halt zur Tradition dazu. Abends gab es dann immer um 1.00 Uhr ein riesiges Feuerwerk mit rund zehn, fünfzehn Minuten. Am Freitag war dann das größte mit knapp 20 bis 25 Minuten Feuerwerk ohne Pause. Als hat sich Valencia den Namen Weltstadt des Feuerwerks wirklich verdient, wie sich die Stadt immer selbst gerne beschreibt. Am Samstag Abend war dann eben die große Verbrennung. Zunächst einmal war um 22.00 Uhr die Verbrennung der Kinderfallas. Also wird die Falla über Petardos (Böller) und Fontänen angezündet und brennt dann mit viel Qualm vor sich hin. Aber recht putzig im Vergleich zu den Großen. Ab 24.00 Uhr begann dann die Verbrennung der Großen. Das Problem war aber eben nur, dass natürlich nicht alle um 24.00 angefangen haben, sondern immer ein bisschen zu unterschiedlichen Zeiten, je nachdem wo die Feuerwehr war, da es ja nicht genügen Feuerwehrmänner für alles Fallas gab. Wir hatten dann noch das Pech, dass wir uns zwar eine sehr schöne Falla ausgewählt hatten, aber die Feuerwehrmänner immer wieder eine neue Zeit angekündigt haben. Von daher durften wir dann bis knapp 3.00 Uhr warten. Also hat bedeutet viel stehen in einer eng stehenden Masse von Menschen. Bei unserer Falla war ja das verrückte, dass die Wände der Häuser wirklich extrem nahe dran waren. Also vielleicht 5 m. Die Wände wurden dann schon mit speziellen feuerfesten Planen eingehüllt, die auch die ganze Zeit mit Wasser besprüht wurden. Die Falla hat natürlich lichterloh gebrannt, da ja fast alles aus Styropor ist. War dann natürlich auch dementsprechend warm :-). Das ganze Fest kann man sich dann die ganzen Tage wie ein Bürgerfest bei uns vorstellen, nur ein bisschen größer. Überall Essensstände , wobei es so gut wie nur Churrosstände waren, und gefeiert wurde überall in den Straßen mit Konzerten und Djs. Während des gesamten Tags über hört man auch überall Petardos. Selbst die kleinen Kinder mit 6 oder 7 schießen damit schon rum, also schon sehr gefährlich, aber dort stört sich keiner daran, weil es zur Tradition dazugehört. Ich selbst habe mir auch ein paar gekauft und diese Böller sind wirklich kein Vergleich zu den unseren. Sind zwar kleiner, aber um einiges lauter. Natürlich haben wir auch neben den Fallas auch die Stadt noch so ein bisschen gesehen. Denn das Wetter hat sich dazu gut angeboten, hatten nämlich teilweise 26 Grad. Valencia selbst hat wieder ein typisches spanisches Flair. Enge Gassen, viele Altbauten im Zentrum, alles größtenteils in weiß und gelb gehalten. Außerdem haben wir auch noch die Stadt der Künste und Wissenschaften angeschaut. Ein Park mit sehr futuristischen Gebäuden von einem valencianischen Architekten. Am meisten von allen Gebäuden ist die Wasserwelt bekannt. Ein großes Gebäude mit vielen Unterwasseraquarien, waren aber nicht drinnen :-). Oft haben wir uns auch in den Parks von Turia aufgehalten, die sich gleich an die Stadt der Künste anschließen. Ja und am Sonntag ging es dann wieder mit dem Zug zurück. Das einzige was mich an Valencia sehr enttäuscht hat war, dass es hier nicht selbstverständlich ist, dass zu einem Bier gratis Tapas mitausgegeben werden. Man muss sie nämlich extra mitbezahlen. Im nachhinein habe ich darüber mit den Leuten hier geredet und es hat mich etwas überrascht. Denn es ist nicht überall in Spanien die Regel, dass man Gratistapas bekommt. Das ist hauptsächlich nur im Süden. Alles was oberhalb von Madrid ist, dort ist es eben die Regel, dass man für Tapas extra zahlen muss und weil Valencia sehr ähnlich wie Barcelona ist, gab es dort eben auch keine.
Von diesem Wochenende habe ich auch noch eine kleine Anekdote zu erzählen. Zunächst einmal konnten wir bei uns das erste mal die Lomo unsere Matanza probieren. Unglaublich lecker und zart. Zum anderen ging es mal wieder auf eine Feria, aber eine ganz spezielle. Das zweitnächste Nachbardorf von Puebla ist ein ganz spezielles. Denn heutzutage leben dort nur noch 4 alte Leute. Trotzdem wird natürlich die spanische Tradition beibehalten, dass jedes Dorf seine Feria hat. Ja und genau bei dieser Feria platzt dann das Dorf aus all seinen Nähten. Die einzige Zufahrtsstraße, die natürlich nicht sonderlich breit ist, mit parkenden Autos übersät und ein Durchkommen mit dem Auto nicht unter 20 Minuten möglich. Also recht lustig.
Auch noch ganz schön ist, dass ich dieses Jahr wahrscheinlich Auge auf Auge Störchlein betrachten kann. Denn genau vor meiner Terasse, vielleicht 10 m entfernt, haben Störche auf eine Ruine ein Nest gebaut. Das ganze ist zwar zum Wäscheaufhängen nicht sonderlich praktisch, aber da kann ich ihnen ja auch nicht helfen. Also ich werde auf jeden Fall berichten, sobald sich dort etwas tut.
Anbei Fotos von Valencia.

Eine Falla
Riesenpaella
Stadt der Künste und Wissenschaften
Feuerwerk
Falla der Regierung
Erstplatzierte Falla
Abschlussfeuerwerk
Unsere Falla im Stadtteil Pilar
Knapp 5 Minuten später

Donnerstag, 10. März 2011

Nun ist die lange Pause des wenig Schreibens wieder vorbei, denn jetzt beginnen meine Monate, in denen ich am meisten reise, weil sich jetzt das Wetter am besten dazu anbietet. Von daher schätze ich, dass ich nun wieder öfter etwas zum schreiben habe.
Lustigerweise beginnt dies aber nicht in Spanien, sondern ich bin mal wieder nach Italien zur Anna gereist. Zunächst noch einen Tag Zwischenhalt in Verona gemacht und am nächsten Tag sind wir beide und einige andere deutsche Freiwillige aus Italien nach Venedig zum Karneval gereist. Bei der Ankunft haben wir Venedig gleich von seiner schönsten Seite zu sehen bekommen, denn es gab schön Regen. Da wir für den „Schiffbus“ kein Geld ausgeben wollte, bei 6,50 € pro Fahrt, haben wir uns also gleich in die Gassen gestürzt, um unser Apartment zu suchen. Eine Stunde später haben wir es dann auch gefunden und konnten es sofort beziehen. Überraschenderweise hatten wir dann auch 2 Apartments, was das unterbringen von 14 Leuten um einiges vereinfachte. Nach einigen organisatorischen Dingen haben wir uns dann gleich mal zum St. Marco begeben und haben auf dem Weg schon die ersten typischen venezianischen Kostüme gesehen. Auf dem St. Marco war dann eine große Bühne aufgebaut, auf der es den ganzen Fasching über immer wieder Kostümwettbewerbe und Aufführungen gab. Schon nach dem ersten Herumirren in der Gassen haben wir dann wieder unsere Wohnung gefunden. Am nächsten Tag hat sich dann wirklich Venedig von seiner besten Seite gezeigt und zwar mit blauen Himmel und Sonnenschein. Nach knapp 6 Stunden erkunden der Stadt waren wir dann auch dementsprechend erschöpft, aber um einiges schlauer. Die drei wichtigsten Wörter in Venedig sind die drei Hauptwegweiser: Richtung St. Marco, Richtung Realto, Richtung Bahnhof Santa Lucia. Doch im Endeffekt bringt einem das ganze zwar auf die Lange Strecke etwas, doch in den kleinen Gassen hilft einem das nicht viel weiter. Insofern hat man meist ein Geschäft, in das man eventuell noch einmal hineingehen wollte, nicht mehr gefunden. Alles in allem ein Labyrinth, das man zwar auch mit Karte bestreiten kann, aber man dann nur noch mit Karte herumlaufen müsste :-). Den ganzen Tag über hat man natürlich immer wieder prunkvoll verkleidete Menschen gesehen und wir haben uns auch nach langem Anprobieren in einem Geschäft Masken gekauft. Am Samstag haben wir uns glücklicherweise dazu entschieden einen Ausflug in den Park auf der Insel zu machen. Denn am Samstag und Sonntag waren extrem viele Leute. Auf dem St. Marco und in den Hauptgassen wurde man meist nur noch durchgeschoben. Schade daran war nur, dass die meisten Leute nicht einmal Masken getragen haben und dann nicht sehr die Stimmung eines Karnevals aufkam, sondern nur das Ambiente einer Touristenhochburg. Nachts waren dann glücklicherweise deutlich weniger Leute in den Straßen, da dann viele nicht in Venedig selbst übernachten. Abends waren dann in vielen kleinen Plätzen Musik und Tanz. Am Sonntag hat sich genau dasselbe Bild gezeigt. Selbst in den kleinen Wasserstraßen haben sich die Gondeln schon gestaut. Nachts wären wir dann kaum von der Insel noch runtergekommen, da unser Zug nach Verona in Venedig vollkommen überfüllt war und die Polizei schon den Zug abgeriegelt hat. Zum Glück haben wir dann in den nächsten gleich 2 Stunden vorher einsteigen können und haben so sofort einen Sitzplatz bekommen. Am Montag Abend ging es dann wieder nach Madrid und eigentlich wollte ich die Nacht am Flughafen verbringen. Doch dann habe ich eine nette Freiburgerin, die in Madrid studiert, kennen gelernt und konnte dort die Nacht auf der Couch verbringen. Somit konnte ich dann noch den Dienstag entspannt dazu nutzen, Madrid noch etwas zu erkunden. Madrid strahlt wirklich ein starkes Großstadtfeeling aus. Zunächst einmal habe ich mir noch den Palast und die Opera angeschaut. Daraufhin habe ich mich sozusagen auf den Boulevard von Madrid begeben die Gran Via. Auf dieser Straße hat man fast das Gefühl man ist in Philadelphia oder alten Teilen New Yorks. Die alten Hochhäuser erinnern mich sehr daran. Außerdem sind auch viele Häuser mit großer Werbung bestückt. Am Ende habe ich noch einen kleinen Park besucht und habe noch in einer typischen spanischen Jamon-Essenskette (Museo del Jamon) ein paar Bocadillos gegessen. Und dann ging es auch schon wieder mit dem Bus in mein Dorf.
Natürlich habe ich dann meine Maske und meinen Hut auch mit auf die Arbeit genommen, um den Kindern die Sachen zu zeigen und sie sind auf großen Anklang gestoßen. Einige wollten die Maske schon gar nicht mehr abnehmen :-).
Zunächst einmal Bilder aus Venedig und weiter unten aus Madrid.

St. Marco mit Bühne
Typische Wasserstraße
Blick auf die Bucht
Typisch verkleidete Venezianer
Etwas weniger prunkvoll :-)
Palast in Madrid

Rathaus von Madrid
Gran Via

Mittwoch, 23. Februar 2011

Comida Alemana

Nach langer Zeit mal wieder ein Eintrag :-).Letzte Woche haben wir in Aprosuba für alle Leute das erste mal deutsch gekocht. Das ganze habe ich schon seit einigen Wochen mit dem Küchenteam von Aprosuba geplant. Denn das ganze geht natürlich nicht ganz ohne Vorbereitung. Insofern haben wir mit den Planungen ungefähr 3 Wochen vorher angefangen, damit auch alles klappt. Denn wir mussten ja für 80 Mann kochen. Was natürlich erst einmal eine gewisse Herausforderung an das Essen stellt. Deshalb habe ich mir erst einmal Gedanken gemacht, was man den am einfachsten für so eine Menge Leute machen kann. Am Ende stand dann das Essen fest. Als Primero gab es Kartoffelsuppe, als Secundo Gulasch mit Semmelkloß und als Postre Buttercremetorte/Schwarwälder Kirsch. Die Torten wollte ich zwar eigentlich nicht machen ,weil das ja trotzdem ein bisschen mehr Aufwand ist, aber die Köchinnen wollten unbedingt welche machen. Also die ganzen Rezepte besorgt und alles abgesprochen, dass auch alle nötigen Zutaten da waren. Denn Zutaten wie Butter, Muskatnuss, Majoran, Rindfleisch und Sellerie gehören hier nicht unbedingt zur Standardausrüstung. Nachdem dann alle Zutaten besorgt waren, haben wir erst einmal eine Buttercremetorte Probe gebacken, weil der Ofen vorher noch nie für Kuchen verwendet wurde und deshalb erst mal seinen Test bestehen musste. Den hat er auch bestanden und allen hat es geschmeckt. Am Mittwoch haben wir dann die echte Buttercremetorte gemacht und haben dafür 750 g Butter verbraucht. Am Donnerstag haben wir das Gulasch gekocht, was erst einmal eine gewisse Herausforderung stellte, denn 10 kg Rind brät sich ja schließlich nicht von selbst an. Nachdem das dann geschafft war, ließen wir es in aller Ruhe köcheln. Nebenbei haben wir die Schwarzwälder gemacht. Letztendlich haben wir dann aber eine spanische Schwarzwälder gemacht, denn wir haben hier keine eingelegten Sauerkirschen gefunden. Deswegen mussten gezuckerte Kirschen herhalten. Dadurch wurde natürlich alles ein bisschen süßer, aber durch den Kirschlikör hat sich das zum Glück alles wieder recht gut neutralisiert. Am Freitag war dann der große Tag. Für mich hieß es den ganzen Tag in der Küche kochen. Zunächst einmal haben wir alles für die Kartoffelsuppe und die Semmelklöße geschnitten. Dann mussten wir uns erst einmal Gedanken machen , wie wir das Kochen mit 2 Feuerflächen organisatorisch regeln. Hieß also immer wieder Kochtöpfe wechseln, dass alles schön warm bleibt. Dann die ganze Masse für 4 Semmelklöße durchgeknetet und danach die ersten 3 in das Wasser. Daraufhin folgte erst einmal eine Verschnaufpause, denn alles köchelte vor sich hin. Um 13.00 war dann die erste Essensausgabe und um 14.00 die zweite und alles hat wunderbar funktioniert. Allen Leuten hat es sehr gut geschmeckt, habe also nichts negatives gehört. Am meisten habe ich mich darüber gefreut, dass eine Kind von uns, dassich immer weigert etwas zu essen, das Essen runter geschlungen hat und wahrscheinlich noch nie so schnell mit dem essen fertig war :-). Am Ende hatten wir auch kaum was übrig, haben also gut kalkuliert.
Am Wochenende war ich dann mal wieder Stadtluft schnuppern, denn ich war in Badajoz. Leider ist zu Zeit nur sehr wenig los, weil die Vorbereitungen für den Karneval gerade laufen. Badajoz ist nämlich eine der berühmtesten Karnevalstädte in Spanien. Genauso wie bei uns werden auch hier viele Witze über Politiker gemacht. Hier geschieht das ganze aber hauptsächlich mit spanischem Gesang und nicht als Prunkrede. Von daher sind hier die Vorbereitungen etwas aufwendig. Das ganze wird dann auch als Wettbewerb zwischen den einzelnen Gruppen veranstaltet.
Anbei das ganze Menü vom Freitag.
Unsere Küche
Kartoffelsuppe mit Speckwürfeln und Brökala
Rindfleischgulasch mit Semmelkloß
Buttercremetorte schwarz-weiß mit Erbeermarmelade
Schwarzwälder Kirschtorte

Mittwoch, 26. Januar 2011

Ein paar Dinge

So die Woche haben sich auch mal wieder ein paar Sachen ergeben, die ich hier reinschreiben kann. Am Wochenende war ich mal wieder in Castuera, um die anderen Freiwilligen zu besuchen. Glücklicherweise hatte ich ein günstiges Wochenende ausgewählt, denn am Samstag wurde in Castuera eine Dorfmatanza veranstaltet. Bedeutet also, dass ein Schwein auf dem Dorfplatz für alle geschlachtet wurde und das ganze dann als Fest gefeiert wurde. Natürlich waren nicht so viele Leute anwesend, denn die meisten machen in Castuera am selben Wochenende ihre eigene Matanza und sind dann in ihren Fincas im Campo. Aber das hat dem ganzen keinen Abbruch getan, denn schön war es trotzdem. Während man beim Schlachten zugeschaut hat, hat man Wein getrunken und salchichas fritas verspeist, die natürlich wieder einmal sehr lecker waren. Den anderen Freiwilligen hat das ganze aber nicht so gefallen und sie wollten dann am selben Tag dann kein Fleisch mehr essen, weil sie ja das Schwein vor dem Schlachten gesehen haben :-). Passend zur Matanza war am Wochenende auch das Wetter, denn es war mal wirklich recht kühl hier. Vor allem wegen einem richtig eisigen Wind. Habe dann hier auch das erste mal an einer Temperaturanzeige ein Minuszeichen gesehen, auch wenn es nur -1 war.
Am Sonntag war ich dann mal wieder am Castillo einen Tee trinken und die Sonne hat schön geschienen und ich hatte mein Kamera dabei, also habe ich doch glatt ein paar Fotos geschossen. Denn jetzt schaut der Campo wirklich sehr schön aus. Denn alles ist jetzt durchgehend grün und es ist nichts mehr von gelbem Gras zu sehen.
Und heute hat sich auch noch was ergeben. Denn heute bin ich mit ein paar Leuten von Aprosuba nach Zafra gefahren. Denn natürlich gibt es auch hier für Behinderte Sportveranstaltungen. Die größte Veranstaltung sind im Mai die „Olympischen Spiele der Behinderten der Extremadura“. Und davor gibt es eben auch noch ein paar kleinere Sportevents. Heute war eben so eines, aber eben nur in der Disziplin Laufen. Also wurde auf einem Feld ein Rundkurs über 1 km abgesteckt, in dem dann in verschiedenen Kategorien und Altersklassen Wettkämpfe abgehalten wurden. Leider ist es eben bei uns in Aprosuba nicht möglich dauerhafte Mannschaften für Wettkämpfe verschiedener Sportarten aufzustellen, weil Aprosuba 12 dafür zu wenig Leute hat. Aber alle anderen Aprosubas haben in vielen Disziplinen richtige Mannschaften, die dann nicht nur 2 oder 3 mal im Jahr antreten, sondern im ganzen Jahr immer Wettkämpfe haben.
Anbei wieder ein paar Fotos.

Das ganze Schwein zerteilt. In der Mitte ein Teller mit Oliven und eine Karaffe mit Wein
Blick vom Castillo auf den Embalse de Serena

Montag, 17. Januar 2011

Muchos Caballos

So diesmal melde ich mich mal wieder etwas früher, weil sich kurzfristig ein kleiner Ausflug ergeben hat und zwar in eines meiner Nachbardörfer. Das Dorf nennt sich Navalvillar de Pela. In diesen paar Tagen wird das kleine Dorf zu einem Domizil der Pferde. Denn aus der ganzen Region fahren Reiter mit ihren Pferden nach Navalvillar, um das Patronfest von San Anton zu feiern. Das ganze gleicht einer Feria im Winter, nur mit dem Unterschied, dass es einen Fülle an Pferden gibt. Die ganzen Tage bewegen sich die Reiter auf ihren Pferden durch die Straßen und feiern. Am gestrigen Abend gab es dann ein Spektakel für die gesamten Zuschauer. Aus ein paar Straßen hat man einen Rundkurs für die Reiter mit ihren Pferden zusammengestellt, in dem dann die ganze Nacht und die ganzen nächsten Tage geritten wird. An den ganzen Ecken der Straßen werden dann noch große Feuer entfacht, die mit den abgeschnittenen Ästen der Olivenbäume dauerhaft am Lodern gehalten werden. Dementsprechend setzt sich auch nach und nach immer mehr Rauch in den Straßen fest und man stinkt danach richtig schön. Die ganzen Menschen stehen dann immer am Rand der Straßen und verfolgen das ganze. Am Anfang ist das ganze noch nicht ganz so gefährlich, aber je später der Abend wird, desto gefährlicher wird es, denn das ganze Fest findet natürlich nicht ganz ohne Alkohol statt. Die Reiter und die Pferde bekommen dann immer an bestimmten Stationen reichlich Nahrung in der jeweils entsprechenden Form. Des weiteren tragen fast alle Reiter eine typische spanische Trinkflasche aus Leder bei sich, die mit Wein gefüllt ist. Insofern ist dann der Großteil der Reiter ganz gut dabei und die Kontrolle über die Pferde lässt dann leicht nach. Das ganze geht dann auch noch recht lang. Es hat um 8 Uhr angefangen und wir sind um 11 gegangen und am Ende waren es eher mehr Reiter als vorher. Ich will also gar nicht wissen, wie lange die da noch geritten sind. Teilweise kam man sich dann auch wie im Western vor. Denn vor den ganzen Bars standen dann die Pferde, während die Reiter drinnen waren, und alle Reiter trugen natürlich eine entsprechende Tracht. Das ganze war also schon eine Erfahrung wert. Mehr kann man denke ich dem Video entnehmen, das ich diesmal hochgestellt habe.
Noch eine kleine Anmerkung. Ich habe jetzt schon die ersten Ergebnisse meiner Matanza gegessen. Bis jetzt habe ich schon Salchichon und Chorizo verspeist und man kann sie mit Genuss essen :-). Dazu auch noch kurz. Die Matanza ist eine reine Tradition des Südens von Spanien. Denn nur in diesen Regionen also Extremadura und Andalucia erlaubt es das Wetter diese Art des Wurstmachens. Denn nur hier ist die Kälte im Winter trocken und nicht feucht, was das Lufttrocknen des Fleisches überhaupt erst möglich macht.
Wie schon gesagt, gibt es diesmal keine Fotos, sondern ein Video :-).

Das Video ist noch realtiv am Anfang des Festes, deshalb sind dort noch nicht ganz so viele Pferde, später hat man auf der Straße nur noch Pferde gesehen.

Donnerstag, 13. Januar 2011

Navidad, Noche Vieja, Reyes, Trabajar

So seit langem melde ich mich mal wieder, weil irgendwie hatte ich die ganze Zeit nicht so viel zum schreiben und jetzt ist mal wieder ein bisschen mehr zusammengekommen.
Ja wie es einige von euch bestimmt gemerkt haben, war ich über Weihnachten für eine Woche in Deutschland, um mal wieder ein bisschen Heimat und vor allem den Schnee zu schnuppern. Natürlich kam ich auch nicht drum herum, dass das Schneechaos meine Heimfahrt etwas erschwert hatte, aber mit 4 Stunden Verspätung kam ich dann dennoch in Bayreuth an. Auf meiner Heimreise habe ich dann sogar einen Erasmus-Studenten kennen gelernt, der gar nicht weit von mir wohnt. Konnte man sich gleich mal über die verschiedenen Erfahrungen austauschen. Nachdem ich dann schon mein erstes Klassentreffen hinter mir hatte, habe ich mich wieder auf meine Heimreise nach Puebla gemacht, weil ich hier Silvester feiern wollte. Abends waren wir dann zusammen gehockt und haben Langusten und ein Ferkel verspeist :-). Dann sind wir schnell zur Casa Cultural gelaufen, um dort in das neue Jahr reinzufeiern. Denn in Spanien gibt es eine Tradition zum Neujahreswechsel. Man muss um Punkt zwölf anfangen zu den darauffolgenden zwölf Glockenschlägen zwölf Weintrauben zu essen. Das ganze gestaltet sich aber schwieriger als es sich anhört. Ich habe es nur mit Müh und Not geschafft. Zwölf Sekunden nach zwölf war dann also mein Mund dementsprechend voll :-). Das Lustige an dieser Tradition ist nur, dass es eigentlich gar keine Tradition ist. Das ganze entstand nämlich erst im letzten Jahrhundert. Vor einigen Jahren war die Traubenernte so reichlich, dass man nicht mehr gewusst hatte, was man damit anfangen soll. Irgendein Genie hat dann das mit den Silvestertrauben vorgeschlagen und seitdem macht es jeder. Lustige Geschichte. Danach ging es dann in den örtlichen Dorfpub und man hat gefeiert. Wobei die Leute natürlich erst recht spät kamen wie immer halt. Also erst so um eins, halb zwei war das ganze erst richtig gefüllt. Zu meinem Erstaunen wurde auch so gut wie gar nicht mit Feuerwerk geschossen. Ich bin zwar in einem kleinen Dorf, aber auch in den umliegenden Dörfern hat man so gut wie gar nichts gesehen. Feuerwerk wird hier auch nicht wie bei uns in Lidl, Aldi oder ähnlichen verkauft, sondern nur in speziellen Geschäften und dann fährt da natürlich nicht jeder hin. Die Spanier schießen dann doch mehr an ihren Ferias. Ja die darauffolgenden Tage hatte ich frei, weil die Schule geschlossen hatte. Ich konnte aber leider in den Tagen nicht viel machen, weil das Wetter sehr schlecht war. Hat mal wieder sehr viel geregnet.
Am 5. Januar war ich dann Abends in Montijo, liegt ungefähr in der Nähe von Badajoz, um dort den Umzug der Reyes anzuschauen. Wie ich ja schon einmal geschrieben habe, gibt es ja hier die Geschenke nicht zu Weihnachten, sondern zu den Heiligen Drei Königen. Am Tag davor feiert man dann eben den Einzug der Reyes in die Stadt, indem ein großer Umzug veranstaltet wird. Das gibt es in so gut wie jedem Dorf, in Madrid ist das natürlich ganz groß und wird dann auch im Fernsehen übertragen. Das ganze kann man sich ungefähr wie Karneval vorstellen. Es fahren Traktoren mit Anhängern durch die Straßen, auf den Anhängern sind dann verschieden Darstellungen wie zum Beispiel die Matanza oder der Himmel mit Engeln und viele weitere. Am Ende von dem Umzug kommen dann die drei Könige auf jeweils einem großen Anhänger und die sitzen auf einem großen Thron. Während des Umzugs werden die ganze Zeit noch Süßigkeiten in die Menge geworfen und zum Abschluss gab es noch ein Feuerwerk. Die Geschenke werden dann entweder noch abends ausgepackt oder früh am nächsten Tag. Ich habe dann natürlich hier auch ein paar deutsche Geschenke verteilt darunter Bierkrüge und Nürnberger Bratwürste. Wurde natürlich mit Freuden angenommen :-). Wobei ich natürlich erst einmal klarstellen musste, dass sie die Bratwürste nicht frittieren oder mit Olivenöl anbraten, sondern mit Butter. Ist ja hier nicht selbstverständlich. Das seltsame hier ist nur, dass der schwarze König hier nicht der Kaspar ist, sondern der Balthasar. Das ganze hat dann natürlich zu lustigen Diskussionen geführt, wer nun recht hat :-).
Die restlichen Tage vor meinem Arbeitsbeginn habe ich dann viel mit meinen Freunden verbracht, weil natürlich zu Weihnachten jeder wieder in sein Heimatdorf gefahren ist. Am Montag ging es dann natürlich wieder mit der Arbeit los und natürlich habe ich mich auch schon wieder auf meine Kinder gefreut. Als ich hier in Puebla ankam habe ich auch erfahren, dass Aprosuba mit seiner Losnummer bei der spanischen Weihnachtslotterie gewonnen hatte. Da ich auch 4 Lose hatte, konnte ich mich dann auch das erste mal über einen Gewinn in einer Lotterie freuen :-).Glück gehabt.
Zum Schluss könnt ihr euch nochmal für mich freuen, denn ich war heute schön in der Sonne gesessen mit angenehmen Temperaturen um die 15°C :-). Soweit von mir, der nächste Bericht folgt. Anbei wieder ein paar Bilder.

Wie man sieht, schauen die Könige auch ein wenig anders aus wie bei uns.
Zum Schluss ein Storch, von denen ich zur Zeit hier sehr viel sehe.