Dienstag, 10. Mai 2011

So viel

1. Mai. Ein Sonntag so ein Pech. Aber nicht in Spanien. Denn Feiertage, die an einem Sonntag liegen werden nachgeholt. Hat also bedeutet, dass ich am Montag den 2. Mai frei hatte. So ein Glück aber auch. Habe ich dann auch gleich genutzt, indem ich mal wieder nach Badajoz gefahren bin, um Justo zu besuchen. Diesmal habe ich aber auch das Territorium hinter Badajoz besucht. In diesem Fall Portugal. Denn Badajoz liegt nur 1 km von der portugiesischen Grenze entfernt. Leider habe ich es noch nicht bis Lissabon geschafft, aber wir waren in der grenznahen Stadt Elvas, die sehr beeindruckend ist. Denn dort gibt es zum einen noch ein riesiges Fort, dass vollkommen erhalten ist, zum anderen ist die ganze Stadt noch immer von einer ganzen Fortmauer umgeben. Aber neben dieser Sache gibt es auch noch ein riesiges Aquädukt, das vollkommen erhalten ist und zudem auch noch sehr lang ist. Was wir nur ein bisschen verpeilt haben war, dass wir die Zeitumstellung nicht so ganz mitbekommen haben. Ich hatte schon gedacht, dass die Uhr, die ich gesehen hatte eine Stunde nach geht :). Leider haben wir uns nicht sehr lange aufhalten können, weil das Wetter mal wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Aber naja, vielleicht nochmal wann anders.
In der letzten Woche war ich dann bei den JEDES (Juegos Extremenos Del Deporte Especial). Bedeutet also eine Art olympische Spiele für alle behinderten Einrichtungen der gesamten Extremadura. Insofern waren auch rund 800 Behinderte und Betreuer bei der ganzen Sache beteiligt. Insofern eine größere Sache. Das ganze hatte auch begonnen mit dem Entzünden des Olympischen Feuers und mit einem Einzug aller Teilnehmer in die Arena von Almendralejo (Eine Stadt im Süden der Extremadura, die die Spiele ausgetragen hat). Wir haben leider nur an Sprinten und Kugelstoßen teilgenommen, da wir eben trotzdem ein recht kleines Aprosuba sind, erst recht wenn man sieht wie viele Leute von anderen Organisationen teilgenommen haben, denn von unseren waren leider nur 7 dabei, aber auch nicht meine Kinder, sondern Erwachsene. Von Sportarten wurde alles mögliche ausgetragen, neben den normalen wie Fußball und Athletik auch Schach und Boccia. Das interessanteste war rhythmisches Tanzen, den dort sind natürlich vor allem alle Downsyndrom-Behinderten aufgeblüht. Natürlich kam auch das Gesellschaftliche nicht zu kurz. Am ersten Abend gab es erst einmal, nachdem alle im Bett waren, für alle Betreuer extremenisches Essen. Also wurde natürlich von Jamon über Lomo und Käse bis hin zum Wein und Likören alles ausgepackt :). An den beiden andern Abenden gab es dann für alle Disco. Also wurden natürlich alle bekannten spanischen Pop und Feierlieder rauf und runter gespielt. Alle haben natürlich mit riesiger Freude daran teilgenommen. Insgesamt also wirklich eine unheimlich schöne Erfahrung, bei der man natürlich auch ein paar mehr Einblicke in andere Organisationen bekommen hat.
Am Wochenende stand dann auch gleich wieder das nächste an. Jetzt sind hier genauso wie in Deutschland in einigen Städten und Dörfern las Ferias de la Primavera. Bei uns gibt es leider keine, aber im Nachbardorf in Talarrubias war sie am Wochenende. Dort habe ich dann auch das erste mal meine ersten richtigen Stierkämpfe gesehen, denn dort war kostenloser Eintritt. Das hatte natürlich auch seinen Grund, denn die Toreros waren noch keine professionellen, sondern noch „in der Ausbildung“. Gerade bei der Ausbildung ist natürlich das schwierigste, dass der Stier stirbt. Tja bei manchen hat sich das dann auch ein bisschen hingezogen, und nach 7 Schwertstichen war er immer noch nicht tot. Naja. Insgesamt bin ich von den Stierkämpfen immer noch nicht ganz überzeugt. Vielleicht muss ich mir doch einmal einen guten Torero anschauen. Die wirklich interessanten Stierkämpfe, die mich interessieren würden, sind aber sehr selten. Zum einen gibt es hier eine Variante, bei der der Torero die gesamte Arbeit auf einem Pferd macht, insofern ist die Hauptarbeit natürlich bei dem Pferd, was wirklich sehr beeindruckend ausschaut. Eine andere Variante, die wie ich finde, noch beeindruckender ist, ist bei der die Toreros keine normalen Toreros sind, man kann sie schon eher als Turner bezeichnen. Denn sie machen waghalsige Akrobatik mit dem Stier, indem sie zum Beispiel dem Stier entgegenlaufen und dann über ihn hinüber springen. In Portugal gibt es dann noch die verrückteste Variante. Eine Gruppe von Toreros versucht den Stier bei vollem Tempo anzuhalten, indem sie sich gegen seine Stirn drücken. Dann schnappt sich einer der Toreros den Schwanz des Stiers und lässt sich, nachdem die anderen den Stier losgelassen haben, von ihm im Kreis ziehen. Wirklich verrückt.
Meine Störchlein wachsen auch rasant. Habe jetzt ein Foto das schon 2 Wochen alt ist. Ein neues Foto wird folgen.

Drei Störchlein sind es

Elvas

Das Aquädukt von Elvas

Mein schwindender Jamon :)

Dienstag, 26. April 2011

So viel PECH

Glücklicherweise war mal wieder meine Arbeit geschlossen, was für mich Extraurlaub bedeutet hat. Das habe ich natürlich gleich mal ausgenutzt. Deswegen kam mich Anna das erste mal für eine Woche besuchen. Zunächst natürlich einmal Rundführung in Puebla gegeben und am Mittwoch haben wir uns dann auf den Weg nach Sevilla gemacht. Doch auf Grund der Bus- und Zuglage mussten wir noch einen Zwischenstopp in Mérida einlegen, was natürlich die Römer mal wieder gefreut hat (Bericht von August). Am Donnerstag haben wir uns dann auf nach Sevilla gemacht und das Wetter wurde schon allmählich schlechter. Dieses bezaubernd schöne Wetter :( hat uns dann die ganzen nächsten Tage in Sevilla begleitet. Denn es hat immer wieder geregnet und das war natürlich für die Osterwoche (Semana Santa) nicht sonderlich hilfreich. Besonders Sevilla ist für seine prunkvollen Osterprozessionen in ganz Spanien und der Welt bekannt. Bedeutet also dass die ersten Prozessionen am Palmsonntag beginnen und mit der Auferstehungsprozession endet. Natürlich ist für so eine Prozession regen nicht sehr gut, weil die ganzen Figuren nicht nach außen getragen werden können und somit der Umzug nicht statt findet. Von Donnerstag bis Samstag waren rund 20 Prozessionen angesetzt und keine einzige von ihnen konnte starten. Denn das Wetter hatte den Sevillanern und den Touristen einen ordentlichen Strich durch die Rechnung gemacht. Nach 80 Jahren ist es das erste mal wieder passiert, dass keine einzige der wichtigen Prozessionen starten konnte. Also richtig viel Pech für uns. Während in Deutschland das tolle Wetter, das vor einer Woche bei uns war, angekommen war, musste ganz Spanien mit extremen Regenfällen kämpfen. Wobei man aber auch sagen muss, dass wir besonders viel Pech hatten. Oft hatte es nicht geregnet, wenn keine Prozession war. Sobald aber eine starten sollte, hat es natürlich wieder angefangen. Natürlich hat man dann auf den Straßen sehr viele weinende und trauernde Menschen gesehen, besonders als die Macarena, die wichtigste Statue der Maria, nicht starten konnte. Zum Glück konnte man wenigstens die ganzen Figuren in de Kirchen besichtigen, wobei das auch oft schwer war, weil man nie richtig die Öffnungszeiten wusste. Das ganze hat aber alles noch viel schlimmer gemacht, denn wenn man erst einmal diese wirklich schönen Figuren gesehen hat, hat man verstanden warum alle so getrauert haben. Glücklicherweise war dann aber wenigstens am Ostersonntag schönes Wetter und diese Prozession konnte starten. Und sie war schon sehr beeindruckend. Typisch sind zu allen Prozessionen immer die bedeckten Läufer. Im Endeffekt schauen sie genauso aus wie Leute vom Ku-Klux-Klan, aber natürlich mit einer anderen Bedeutung. Sie wollen ihr Gesicht bedecken, weil sie als Büßer am Marsch teilnehmen und so ihre Vergebung erlangen wollen. Unsere Prozession hatte zuerst eine Figur Jesu und am Ende kam noch die Figur der trauernden Maria. Das ganze wird dann noch mit viel Kapellenmusik untermauert. Also wirklich sehr schön anzusehen. Das ganze zieht sich natürlich auch sehr lange. Der gesamte Zug hat an unserem Punkt rund 1.30 Stunden gebraucht, bis er vorbei war. Wobei er natürlich oft angehalten hat. Er lief ja auch schon 7 Stunden :), und die Figuren wiegen ja wirklich viel.
Da natürlich unser Zeitplan nicht mit Prozessionen ausgeplant war, hatten wir viel Zeit Sevilla zu erkunden, auch wenn es bei Regen war und meine Schuhe mehr oder weniger immer mit Wasser gefüllt waren. Sevilla hat sehr viel zu bieten und verdient natürlich den Namen als Tourismusstadt. Zunächst einmal gibt es unheimlich viel Altsubstanz, die sehr schön anzuschauen ist. Mit am berühmtesten ist die Kathedrale von Sevilla, die als größte gotische Kirche der Welt gilt. Sie ist auch der Anlaufspunkt für alle Prozessionen, die jeweils von den kleinen Kirchen der Stadt zur Kathedrale und wieder zurück ziehen. Dann gibt es das sehr schöne Ausstellungsgelände der Expo 1929 mit dem riesigen Plaza de Espania. Auch schön anzusehen ist das Barrio de Santa Cruz mit seinen extrem engen Gassen und den vielen kleinen Tapasbars. Wobei das ja mit den Tapas wieder so eine Sache war (genauso wie in Valencia). Die Tapaspreise sind wirklich Wucher. Während man auf dem Land oder nicht Touristädten die Tapas umsonst bekommt, zahlt man dort für genau dasselbe rund 2,00 bis 3,00 €. Natürlich haben wir uns sehr viele Kirchen angeschaut, von denen es natürlich in Sevilla nur so wimmelt. Insgesamt lohnt sich also auf jeden Fall ein Besuch in Sevilla, ich habe es auch noch einmal vor, dann aber mit schönem Wetter, damit man die Pasos sehen kann :).
Auch aus meinem Dorf gibt es wieder Neuigkeiten. Jetzt sind alles Störchlein schon geschlüpft. Also werde ich mich demnächst mal auf die Lauer legen, um ein Foto von meinen zu ergattern.
Fotos werden bald folgen, habe sie nämlich noch nicht.

Mittwoch, 13. April 2011

Ein paar kleine Dinge

Heute habe ich ein paar kleine Dinge zu erzählen, die in den letzten Wochen so passiert sind.
Vor nun knapp 2 Wochen habe ich mich nun endlich doch dazu entschieden ein kleines Geschenk an mich selbst zu machen, wenn ich schon hier bin. Also sind wir nach Villanueva gefahren um einen Jamon zu kaufen. Nach ein bisschen hin und herschauen habe ich dann einen mit 7,5 ! kg gefunden, der mit seinem Preis von 50 € auch in einer nicht so teuren Preisklasse lag. Ist natürlich kein Iberico, denn dafür hätte ich natürlich ungefähr das doppelte zahlen müssen, aber er schmeckt natürlich trotzdem unglaublich gut. Von daher heißt es nun etwas öfter: Bier aus dem Kühlschrank holen, den Schinken auf den Tisch stellen und frische Scheiben runter schneiden :). Mal schauen wie lange er hält.
Dann ist es jetzt hier seit knapp 2 Monaten möglich unglaublich viel Gemüse aus dem Campo zu ernten, was für alle Leute frei zugänglich ist. Bedeutet also dass man dann am Sonntag mal schnell auf Spargel-Suche geht, aber natürlich nur grüner. Neben Spargel kann man auch noch viele andere Pflanzen ernten, die ich bei uns noch nicht wirklich gesehen habe. Letztens habe ich zum Beispiel eine Pflanze probiert, die ungefähr wie Rocula schmeckt; nur noch ein bisschen bitterer.
Dann vor knapp einer Woche habe ich mir einmal den Volkssport der Spanier etwas näher angeschaut, denn neben Fußball ist hier auch noch Padel sehr beliebt. Padel ist in meinen Augen eine Mischung aus Tennis und Squash. Man hat dasselbe Feld wie bei Tennis, nur dass es bedeutend kleiner ist. Dazu kommt, dass alle Seiten mit Gitter begrenzt sind, wobei jeweils die Hinterseiten und das Ende der beiden Längsseiten bis zu einer gewissen Höhe aus Glas sind. Zu den Spielregeln vom Tennis kommen dann eben noch Regeln dazu inwieweit man das Glas ins Spiel mit einbeziehen kann. Denn wenn der Ball das Glas berührt, ist der Ball nicht im Aus. Wenn man den Leuten beim spielen zuschaut, kommt es einem oft vor als gäbe es keine Regeln, weil die Glaswände viele neue Schlagmöglichkeiten bieten. Zum Spielen benutzt man ganz normale Tennisbälle. Nur der Schläger ist kleiner als der beim Tennis (glaube ich) und ist aus einer Art Kohlefaser hergestellt. Insofern ist er also hart und nicht weich. Beim nächsten mal werde ich es vielleicht auch einmal selbst ausprobieren.
So dann die nächste Neuigkeit :). Ich wohne jetzt nicht mehr alleine hier in der Herberge, denn ich habe Gesellschaft aus Cordoba bekommen. Auf Grund eines krankheitsbedingten Ausfalls eines Arbeiters in Aprosuba arbeitet in der nächsten Zeit jemand neues hier und er wohnt nun unter der Woche in der Herberge und am Wochenende fährt er nach Cordoba. Also trinken wir natürlich ab und zu ein Bierchen mit Jamon oder Salchichas miteinander.
Letztes Wochenende habe ich dann auch mal wieder Puebla verlassen und bin nach Pescueza mit ASERMUN gefahren, um dort auf ein Rockfestival zu gehen. Das lustige an diesem Festival ist das es Festivalino heißt, was heißt kleines Fest. Denn das Fest ist in einem Dorf mit rund 150 Einwohnern. Aber natürlich sind dann zu dem Fest deutlich mehr Menschen da. Das ganze hat dann bei himmlischen Temperaturen von 30 Grad stattgefunden :).
Gestern habe ich mir dann auch mal Infos über das Osterfest geholt. Hier gibt es zunächst einmal viele Prozessionen, auf die werde ich aber in meinem nächsten Blogeintrag näher eingehen, was es aber nicht gibt, ist der Osterhase!! Also hier kennt man den Brauch von Osternester-Verstecken überhaupt nicht. Die Geschäfte sind auch nicht mit Osterhasen und -eiern übersät. Das einzige was mach noch macht ist, dass man unter seinen Nachbarn eine Art selbstgemachtes Spritzgebäcke verteilt.
So gerade fällt mir nicht mehr ein. Heute gab es ja wirklich viel verschiedenes zu erzählen :).

Mein Jamon
Frische Lonchas del Jamon

Montag, 28. März 2011

Valencia

So mit etwas Verspätung kommt nun noch der Bericht aus Valencia.
Vor 2 Wochen kam der Pascal mich hier in Puebla besuchen, um mal zu sehen wie es mir hier so ergeht. Am Mittwoch (vor einer Woche) haben wir uns dann auf den Weg nach Valencia gemacht, denn dort waren die Fallas. In der Welt ist dieses Fest als eines der größten Frühlings- und Pyrofeste bekannt und das wollten wir eben auskundschaften. Nach knapp 8 langen Stunden Zugfahrt kamen wir dann an und stießen gleich auf den ersten Festumzug. Also hieß es erst mal sich durch die ganzen Menschenmengen durch zuschieben, um unser Hostel im Zentrum von Valencia zu finden. Unser Hostel war wirklich Top; Mitten im Zentrum und super ausgestattet. Das Hostel war auch sehr international. Also konnte man von Amerikanern bis Franzosen alle möglichen Leute kennen lernen. Insofern hat sich schon einmal bewiesen, dass das Fest weltweit bekannt ist. Insgesamt waren wirklich sehr viele Mensch zu den Fallas in Valencia. Die Nachrichten haben sogar gesagt, dass dieses Jahr die größte Anzahl an Touristen zu den Fallas waren wie nie zuvor. Das ganze war wahrscheinlich auch deswegen, weil der 19 März ein Samstag war, also der Tag San Jose (in Spanien auch als Vatertag bekannt), und deswegen natürlich noch mehr Leute Zeit hatten. Nun mal zur Grundlage zu den Fallas. Die Grundessenz ist mehr oder weniger: wir bauen das ganze Jahr über riesige Statuen aus Holz und Styropor, diese stellen wir dann zu den Fallas aus, die beste wird gekürt und am Ende verbrennen wir alle und das ganze wird dann noch rund 2 Wochen zuvor mit viel Feuerwerk untermauert. Also eigentlich schon ein wenig verrückt, aber so ist das Fest halt. Dadurch dass wir an den letzten Tagen kamen, war natürlich am meisten geboten. Fast jeden Tag gab es also denselben Ablauf. Zunächst gibt es um 14.00 Uhr ein Tagesfeuerwerk, das heißt also, es werden Unmengen von Böllern über rund 10 Minuten verschossen. Dabei kommt man sich dann teilweise wirklich vor wie im Krieg. Teilweise hat man sogar den Boden unter sich ein bisschen bewegen gespürt. Also wirklich sehr laut. Dann gegen Spätnachmittag gab es dann immer den Fallera-Umzug. Denn jede Falla wird immer von einem Blog oder Stadtteil Valencias bezahlt und gebaut. Dadurch gibt es dann ganz viele Fallas-Vereine. Und diese Vereine veranstaltet dann immer einen Umzug, bei dem dann auch die Falleras, also die preisgekrönten Mädchen oder Frauen mit ihrer speziellen Fallas-Tracht, herumlaufen. Das ganze geht natürlich nicht an einem Tag, denn es gibt rund 400 Falla-Statuen. Diese Umzüge werden aber recht schnell langweilig, weil man immer wieder dasselbe sieht. Aber gehört halt zur Tradition dazu. Abends gab es dann immer um 1.00 Uhr ein riesiges Feuerwerk mit rund zehn, fünfzehn Minuten. Am Freitag war dann das größte mit knapp 20 bis 25 Minuten Feuerwerk ohne Pause. Als hat sich Valencia den Namen Weltstadt des Feuerwerks wirklich verdient, wie sich die Stadt immer selbst gerne beschreibt. Am Samstag Abend war dann eben die große Verbrennung. Zunächst einmal war um 22.00 Uhr die Verbrennung der Kinderfallas. Also wird die Falla über Petardos (Böller) und Fontänen angezündet und brennt dann mit viel Qualm vor sich hin. Aber recht putzig im Vergleich zu den Großen. Ab 24.00 Uhr begann dann die Verbrennung der Großen. Das Problem war aber eben nur, dass natürlich nicht alle um 24.00 angefangen haben, sondern immer ein bisschen zu unterschiedlichen Zeiten, je nachdem wo die Feuerwehr war, da es ja nicht genügen Feuerwehrmänner für alles Fallas gab. Wir hatten dann noch das Pech, dass wir uns zwar eine sehr schöne Falla ausgewählt hatten, aber die Feuerwehrmänner immer wieder eine neue Zeit angekündigt haben. Von daher durften wir dann bis knapp 3.00 Uhr warten. Also hat bedeutet viel stehen in einer eng stehenden Masse von Menschen. Bei unserer Falla war ja das verrückte, dass die Wände der Häuser wirklich extrem nahe dran waren. Also vielleicht 5 m. Die Wände wurden dann schon mit speziellen feuerfesten Planen eingehüllt, die auch die ganze Zeit mit Wasser besprüht wurden. Die Falla hat natürlich lichterloh gebrannt, da ja fast alles aus Styropor ist. War dann natürlich auch dementsprechend warm :-). Das ganze Fest kann man sich dann die ganzen Tage wie ein Bürgerfest bei uns vorstellen, nur ein bisschen größer. Überall Essensstände , wobei es so gut wie nur Churrosstände waren, und gefeiert wurde überall in den Straßen mit Konzerten und Djs. Während des gesamten Tags über hört man auch überall Petardos. Selbst die kleinen Kinder mit 6 oder 7 schießen damit schon rum, also schon sehr gefährlich, aber dort stört sich keiner daran, weil es zur Tradition dazugehört. Ich selbst habe mir auch ein paar gekauft und diese Böller sind wirklich kein Vergleich zu den unseren. Sind zwar kleiner, aber um einiges lauter. Natürlich haben wir auch neben den Fallas auch die Stadt noch so ein bisschen gesehen. Denn das Wetter hat sich dazu gut angeboten, hatten nämlich teilweise 26 Grad. Valencia selbst hat wieder ein typisches spanisches Flair. Enge Gassen, viele Altbauten im Zentrum, alles größtenteils in weiß und gelb gehalten. Außerdem haben wir auch noch die Stadt der Künste und Wissenschaften angeschaut. Ein Park mit sehr futuristischen Gebäuden von einem valencianischen Architekten. Am meisten von allen Gebäuden ist die Wasserwelt bekannt. Ein großes Gebäude mit vielen Unterwasseraquarien, waren aber nicht drinnen :-). Oft haben wir uns auch in den Parks von Turia aufgehalten, die sich gleich an die Stadt der Künste anschließen. Ja und am Sonntag ging es dann wieder mit dem Zug zurück. Das einzige was mich an Valencia sehr enttäuscht hat war, dass es hier nicht selbstverständlich ist, dass zu einem Bier gratis Tapas mitausgegeben werden. Man muss sie nämlich extra mitbezahlen. Im nachhinein habe ich darüber mit den Leuten hier geredet und es hat mich etwas überrascht. Denn es ist nicht überall in Spanien die Regel, dass man Gratistapas bekommt. Das ist hauptsächlich nur im Süden. Alles was oberhalb von Madrid ist, dort ist es eben die Regel, dass man für Tapas extra zahlen muss und weil Valencia sehr ähnlich wie Barcelona ist, gab es dort eben auch keine.
Von diesem Wochenende habe ich auch noch eine kleine Anekdote zu erzählen. Zunächst einmal konnten wir bei uns das erste mal die Lomo unsere Matanza probieren. Unglaublich lecker und zart. Zum anderen ging es mal wieder auf eine Feria, aber eine ganz spezielle. Das zweitnächste Nachbardorf von Puebla ist ein ganz spezielles. Denn heutzutage leben dort nur noch 4 alte Leute. Trotzdem wird natürlich die spanische Tradition beibehalten, dass jedes Dorf seine Feria hat. Ja und genau bei dieser Feria platzt dann das Dorf aus all seinen Nähten. Die einzige Zufahrtsstraße, die natürlich nicht sonderlich breit ist, mit parkenden Autos übersät und ein Durchkommen mit dem Auto nicht unter 20 Minuten möglich. Also recht lustig.
Auch noch ganz schön ist, dass ich dieses Jahr wahrscheinlich Auge auf Auge Störchlein betrachten kann. Denn genau vor meiner Terasse, vielleicht 10 m entfernt, haben Störche auf eine Ruine ein Nest gebaut. Das ganze ist zwar zum Wäscheaufhängen nicht sonderlich praktisch, aber da kann ich ihnen ja auch nicht helfen. Also ich werde auf jeden Fall berichten, sobald sich dort etwas tut.
Anbei Fotos von Valencia.

Eine Falla
Riesenpaella
Stadt der Künste und Wissenschaften
Feuerwerk
Falla der Regierung
Erstplatzierte Falla
Abschlussfeuerwerk
Unsere Falla im Stadtteil Pilar
Knapp 5 Minuten später

Donnerstag, 10. März 2011

Nun ist die lange Pause des wenig Schreibens wieder vorbei, denn jetzt beginnen meine Monate, in denen ich am meisten reise, weil sich jetzt das Wetter am besten dazu anbietet. Von daher schätze ich, dass ich nun wieder öfter etwas zum schreiben habe.
Lustigerweise beginnt dies aber nicht in Spanien, sondern ich bin mal wieder nach Italien zur Anna gereist. Zunächst noch einen Tag Zwischenhalt in Verona gemacht und am nächsten Tag sind wir beide und einige andere deutsche Freiwillige aus Italien nach Venedig zum Karneval gereist. Bei der Ankunft haben wir Venedig gleich von seiner schönsten Seite zu sehen bekommen, denn es gab schön Regen. Da wir für den „Schiffbus“ kein Geld ausgeben wollte, bei 6,50 € pro Fahrt, haben wir uns also gleich in die Gassen gestürzt, um unser Apartment zu suchen. Eine Stunde später haben wir es dann auch gefunden und konnten es sofort beziehen. Überraschenderweise hatten wir dann auch 2 Apartments, was das unterbringen von 14 Leuten um einiges vereinfachte. Nach einigen organisatorischen Dingen haben wir uns dann gleich mal zum St. Marco begeben und haben auf dem Weg schon die ersten typischen venezianischen Kostüme gesehen. Auf dem St. Marco war dann eine große Bühne aufgebaut, auf der es den ganzen Fasching über immer wieder Kostümwettbewerbe und Aufführungen gab. Schon nach dem ersten Herumirren in der Gassen haben wir dann wieder unsere Wohnung gefunden. Am nächsten Tag hat sich dann wirklich Venedig von seiner besten Seite gezeigt und zwar mit blauen Himmel und Sonnenschein. Nach knapp 6 Stunden erkunden der Stadt waren wir dann auch dementsprechend erschöpft, aber um einiges schlauer. Die drei wichtigsten Wörter in Venedig sind die drei Hauptwegweiser: Richtung St. Marco, Richtung Realto, Richtung Bahnhof Santa Lucia. Doch im Endeffekt bringt einem das ganze zwar auf die Lange Strecke etwas, doch in den kleinen Gassen hilft einem das nicht viel weiter. Insofern hat man meist ein Geschäft, in das man eventuell noch einmal hineingehen wollte, nicht mehr gefunden. Alles in allem ein Labyrinth, das man zwar auch mit Karte bestreiten kann, aber man dann nur noch mit Karte herumlaufen müsste :-). Den ganzen Tag über hat man natürlich immer wieder prunkvoll verkleidete Menschen gesehen und wir haben uns auch nach langem Anprobieren in einem Geschäft Masken gekauft. Am Samstag haben wir uns glücklicherweise dazu entschieden einen Ausflug in den Park auf der Insel zu machen. Denn am Samstag und Sonntag waren extrem viele Leute. Auf dem St. Marco und in den Hauptgassen wurde man meist nur noch durchgeschoben. Schade daran war nur, dass die meisten Leute nicht einmal Masken getragen haben und dann nicht sehr die Stimmung eines Karnevals aufkam, sondern nur das Ambiente einer Touristenhochburg. Nachts waren dann glücklicherweise deutlich weniger Leute in den Straßen, da dann viele nicht in Venedig selbst übernachten. Abends waren dann in vielen kleinen Plätzen Musik und Tanz. Am Sonntag hat sich genau dasselbe Bild gezeigt. Selbst in den kleinen Wasserstraßen haben sich die Gondeln schon gestaut. Nachts wären wir dann kaum von der Insel noch runtergekommen, da unser Zug nach Verona in Venedig vollkommen überfüllt war und die Polizei schon den Zug abgeriegelt hat. Zum Glück haben wir dann in den nächsten gleich 2 Stunden vorher einsteigen können und haben so sofort einen Sitzplatz bekommen. Am Montag Abend ging es dann wieder nach Madrid und eigentlich wollte ich die Nacht am Flughafen verbringen. Doch dann habe ich eine nette Freiburgerin, die in Madrid studiert, kennen gelernt und konnte dort die Nacht auf der Couch verbringen. Somit konnte ich dann noch den Dienstag entspannt dazu nutzen, Madrid noch etwas zu erkunden. Madrid strahlt wirklich ein starkes Großstadtfeeling aus. Zunächst einmal habe ich mir noch den Palast und die Opera angeschaut. Daraufhin habe ich mich sozusagen auf den Boulevard von Madrid begeben die Gran Via. Auf dieser Straße hat man fast das Gefühl man ist in Philadelphia oder alten Teilen New Yorks. Die alten Hochhäuser erinnern mich sehr daran. Außerdem sind auch viele Häuser mit großer Werbung bestückt. Am Ende habe ich noch einen kleinen Park besucht und habe noch in einer typischen spanischen Jamon-Essenskette (Museo del Jamon) ein paar Bocadillos gegessen. Und dann ging es auch schon wieder mit dem Bus in mein Dorf.
Natürlich habe ich dann meine Maske und meinen Hut auch mit auf die Arbeit genommen, um den Kindern die Sachen zu zeigen und sie sind auf großen Anklang gestoßen. Einige wollten die Maske schon gar nicht mehr abnehmen :-).
Zunächst einmal Bilder aus Venedig und weiter unten aus Madrid.

St. Marco mit Bühne
Typische Wasserstraße
Blick auf die Bucht
Typisch verkleidete Venezianer
Etwas weniger prunkvoll :-)
Palast in Madrid

Rathaus von Madrid
Gran Via

Mittwoch, 23. Februar 2011

Comida Alemana

Nach langer Zeit mal wieder ein Eintrag :-).Letzte Woche haben wir in Aprosuba für alle Leute das erste mal deutsch gekocht. Das ganze habe ich schon seit einigen Wochen mit dem Küchenteam von Aprosuba geplant. Denn das ganze geht natürlich nicht ganz ohne Vorbereitung. Insofern haben wir mit den Planungen ungefähr 3 Wochen vorher angefangen, damit auch alles klappt. Denn wir mussten ja für 80 Mann kochen. Was natürlich erst einmal eine gewisse Herausforderung an das Essen stellt. Deshalb habe ich mir erst einmal Gedanken gemacht, was man den am einfachsten für so eine Menge Leute machen kann. Am Ende stand dann das Essen fest. Als Primero gab es Kartoffelsuppe, als Secundo Gulasch mit Semmelkloß und als Postre Buttercremetorte/Schwarwälder Kirsch. Die Torten wollte ich zwar eigentlich nicht machen ,weil das ja trotzdem ein bisschen mehr Aufwand ist, aber die Köchinnen wollten unbedingt welche machen. Also die ganzen Rezepte besorgt und alles abgesprochen, dass auch alle nötigen Zutaten da waren. Denn Zutaten wie Butter, Muskatnuss, Majoran, Rindfleisch und Sellerie gehören hier nicht unbedingt zur Standardausrüstung. Nachdem dann alle Zutaten besorgt waren, haben wir erst einmal eine Buttercremetorte Probe gebacken, weil der Ofen vorher noch nie für Kuchen verwendet wurde und deshalb erst mal seinen Test bestehen musste. Den hat er auch bestanden und allen hat es geschmeckt. Am Mittwoch haben wir dann die echte Buttercremetorte gemacht und haben dafür 750 g Butter verbraucht. Am Donnerstag haben wir das Gulasch gekocht, was erst einmal eine gewisse Herausforderung stellte, denn 10 kg Rind brät sich ja schließlich nicht von selbst an. Nachdem das dann geschafft war, ließen wir es in aller Ruhe köcheln. Nebenbei haben wir die Schwarzwälder gemacht. Letztendlich haben wir dann aber eine spanische Schwarzwälder gemacht, denn wir haben hier keine eingelegten Sauerkirschen gefunden. Deswegen mussten gezuckerte Kirschen herhalten. Dadurch wurde natürlich alles ein bisschen süßer, aber durch den Kirschlikör hat sich das zum Glück alles wieder recht gut neutralisiert. Am Freitag war dann der große Tag. Für mich hieß es den ganzen Tag in der Küche kochen. Zunächst einmal haben wir alles für die Kartoffelsuppe und die Semmelklöße geschnitten. Dann mussten wir uns erst einmal Gedanken machen , wie wir das Kochen mit 2 Feuerflächen organisatorisch regeln. Hieß also immer wieder Kochtöpfe wechseln, dass alles schön warm bleibt. Dann die ganze Masse für 4 Semmelklöße durchgeknetet und danach die ersten 3 in das Wasser. Daraufhin folgte erst einmal eine Verschnaufpause, denn alles köchelte vor sich hin. Um 13.00 war dann die erste Essensausgabe und um 14.00 die zweite und alles hat wunderbar funktioniert. Allen Leuten hat es sehr gut geschmeckt, habe also nichts negatives gehört. Am meisten habe ich mich darüber gefreut, dass eine Kind von uns, dassich immer weigert etwas zu essen, das Essen runter geschlungen hat und wahrscheinlich noch nie so schnell mit dem essen fertig war :-). Am Ende hatten wir auch kaum was übrig, haben also gut kalkuliert.
Am Wochenende war ich dann mal wieder Stadtluft schnuppern, denn ich war in Badajoz. Leider ist zu Zeit nur sehr wenig los, weil die Vorbereitungen für den Karneval gerade laufen. Badajoz ist nämlich eine der berühmtesten Karnevalstädte in Spanien. Genauso wie bei uns werden auch hier viele Witze über Politiker gemacht. Hier geschieht das ganze aber hauptsächlich mit spanischem Gesang und nicht als Prunkrede. Von daher sind hier die Vorbereitungen etwas aufwendig. Das ganze wird dann auch als Wettbewerb zwischen den einzelnen Gruppen veranstaltet.
Anbei das ganze Menü vom Freitag.
Unsere Küche
Kartoffelsuppe mit Speckwürfeln und Brökala
Rindfleischgulasch mit Semmelkloß
Buttercremetorte schwarz-weiß mit Erbeermarmelade
Schwarzwälder Kirschtorte

Mittwoch, 26. Januar 2011

Ein paar Dinge

So die Woche haben sich auch mal wieder ein paar Sachen ergeben, die ich hier reinschreiben kann. Am Wochenende war ich mal wieder in Castuera, um die anderen Freiwilligen zu besuchen. Glücklicherweise hatte ich ein günstiges Wochenende ausgewählt, denn am Samstag wurde in Castuera eine Dorfmatanza veranstaltet. Bedeutet also, dass ein Schwein auf dem Dorfplatz für alle geschlachtet wurde und das ganze dann als Fest gefeiert wurde. Natürlich waren nicht so viele Leute anwesend, denn die meisten machen in Castuera am selben Wochenende ihre eigene Matanza und sind dann in ihren Fincas im Campo. Aber das hat dem ganzen keinen Abbruch getan, denn schön war es trotzdem. Während man beim Schlachten zugeschaut hat, hat man Wein getrunken und salchichas fritas verspeist, die natürlich wieder einmal sehr lecker waren. Den anderen Freiwilligen hat das ganze aber nicht so gefallen und sie wollten dann am selben Tag dann kein Fleisch mehr essen, weil sie ja das Schwein vor dem Schlachten gesehen haben :-). Passend zur Matanza war am Wochenende auch das Wetter, denn es war mal wirklich recht kühl hier. Vor allem wegen einem richtig eisigen Wind. Habe dann hier auch das erste mal an einer Temperaturanzeige ein Minuszeichen gesehen, auch wenn es nur -1 war.
Am Sonntag war ich dann mal wieder am Castillo einen Tee trinken und die Sonne hat schön geschienen und ich hatte mein Kamera dabei, also habe ich doch glatt ein paar Fotos geschossen. Denn jetzt schaut der Campo wirklich sehr schön aus. Denn alles ist jetzt durchgehend grün und es ist nichts mehr von gelbem Gras zu sehen.
Und heute hat sich auch noch was ergeben. Denn heute bin ich mit ein paar Leuten von Aprosuba nach Zafra gefahren. Denn natürlich gibt es auch hier für Behinderte Sportveranstaltungen. Die größte Veranstaltung sind im Mai die „Olympischen Spiele der Behinderten der Extremadura“. Und davor gibt es eben auch noch ein paar kleinere Sportevents. Heute war eben so eines, aber eben nur in der Disziplin Laufen. Also wurde auf einem Feld ein Rundkurs über 1 km abgesteckt, in dem dann in verschiedenen Kategorien und Altersklassen Wettkämpfe abgehalten wurden. Leider ist es eben bei uns in Aprosuba nicht möglich dauerhafte Mannschaften für Wettkämpfe verschiedener Sportarten aufzustellen, weil Aprosuba 12 dafür zu wenig Leute hat. Aber alle anderen Aprosubas haben in vielen Disziplinen richtige Mannschaften, die dann nicht nur 2 oder 3 mal im Jahr antreten, sondern im ganzen Jahr immer Wettkämpfe haben.
Anbei wieder ein paar Fotos.

Das ganze Schwein zerteilt. In der Mitte ein Teller mit Oliven und eine Karaffe mit Wein
Blick vom Castillo auf den Embalse de Serena