Freitag, 1. Oktober 2010

Hola und ein großes Perdón

Leider hatte ich die letzten zwei Wochen große Probleme mit meinem PC, weil Windows 7 nicht mehr lief. Von daher war ich etwas von der Außenwelt abgeschnitten. Seit dieser Woche habe ich nun wieder eingeschränkt meinen PC zur Verfügung, weil ich momentan eine spanische Windows 7 Version auf meinem Laptop habe. Natürlich funktioniert dann gerade auch das Internet nicht so, wie es normalerweise funktioniert. Insofern kommt einfach alles zusammen. Werde aber nächste Woche das erste mal Post aus Deutschland von meinen Eltern bekommen und da sind dann die nötigen Dinge drinnen.

Natürlich ist in den letzten zwei Wochen so einiges passiert. Deshalb hoffe ich, dass ich einigermaßen alles zusammenbekomme. Zunächst einmal zu meinem letzten Blogeintrag. Natürlich gab es am Feiertag eine kleine Fiesta. Das ganze Dorf hat sich in einem kleinen Park am Rande von Puebla versammelt und zusammen gegessen. Dann gab es natürlich auch den typischen spanischen Sänger, der zur Musik ein paar Lieder gesungen hat. War also ganz nett. Natürlich gab es auch eine spanische Spezialität, von der ich aber leider wieder einmal nicht den Namen weiß. Probier hier doch relativ viele neue Sachen. Dann immer mit irgendwelchen Namen, die bei uns nicht geläufig sind. Daraus folgt, es ist sehr schwer sich etwas zu merken. Genauso geht es mir auch bei den Namen von Leuten. Weil hier häufig für uns Deutsche entweder völlig unbekannte oder selten verwendete Namen sind. Das ist meist noch mein größtes Problem, neben der Verständigung. Doch mein Spanisch wird deutlich besser, weil ich hier nur spanisch sprechen kann und kein englisch oder deutsch, wie es in Castuera der Fall war. Deswegen habe ich auch immer mein Wörterbuch dabei. Aber in den 2 Wochen habe ich einen guten Schritt voran gemacht bzgl. meiner Verständigung. Um wieder auf meine 2 Wochen zurückzukommen. Am darauf folgenden Wochenende war ich dann in Badajoz, die Haupstadt meiner Provinz Badajoz. Die Extremadura ist nämlich in 2 Provinzen aufgeteilt. Einmal im Süden Badajoz und im Norden Caceres. Badajoz hat ca. 150.000 Einwohner und ist damit recht groß. In Badajoz studieren sehr viele Leute, wie auch ein Freund hier aus Puebla, die dann im Sommer in ihre Dörfer zurückfahren. Also eine schöne Studentenstadt, die auch für ihren Karneval berüchtigt ist. Wie in der ganzen Region hier gab es auch in Badajoz ein sehr gut erhaltenes Castillo/Fort, das auf einem kleinen Hügel aus dem Zentrum von Badajoz herausragt. Die Stadt selbst hat ein schönes Flair mit vielen engen Gassen, in denen Bar an Bar gereiht ist. Gerade als wir in Badajoz waren, war ein Künstlerwettbewerb. Man hat dann in der ganzen Stadt Staffelei an Staffelei stehen sehn. Hab dann dort auch mit eine paar Freunden aus meinem Dorf in einer Bar zu Mittag gegessen. Natürlich mit Tapas zum Bier und Weisbrot, das hier immer eine Beilage ist, andere muss man meist immer extra dazu bestellen. Am nächsten Tag also Samstag war ich dann mit ein paar Freunden am nächstgelegenem Stausee angeln. Das Angeln wird jetzt zwar nicht zu meinem neuen Hobby, aber man sitzt dann die ganze Nacht mit den Leute am See und quatsch, also eigentlich ganz schön. Wir machen hier nämlich immer Nachtangeln, weil es am Tag zu warm ist. Haben sogar 2 Fische gefangen. Bei ungefähr 11 Angeln aber nicht gerade viel. Die darauf folgende Woche habe ich dann das erste mal in meinem Projekt in der Erziehung gearbeitet. Es gibt 2 Klassen. In einer sind die Kinder die von der geistigen Leistung mehr arbeiten können, in der anderen die, die entweder jünger sind oder eben geistig stärker beeinträchtigt sind. Die Klassen sind sehr klein, das heißt in jeder Klasse sind 4 Kinder. Die Lehrer halten dann auch nicht Unterricht für alle gemeinsam, sondern die Aufgaben werden einzeln an die Kinder verteilt. Das ermöglicht natürlich, dass jedes Kind sehr gut individuell gefördert wird. Das finde ich ziemlich gut, weil so jedes Kind sich nach seiner Leistung entwickeln kann und deshalb zum Beispiel kein Nachteil für leistungsstärker Kinder entsteht. Wenn ich jetzt meine 2 Wochen betrachte, die ich dort gearbeitet habe, macht es mir schon Spaß. Also ich bin einen Tag in der einen Klasse, den anderen Tag in der anderen. Meine Aufgaben sind zum einen die Kinder bei ihren Aufgabe zu betreuen. Das kann entweder nur spielen oder puzzeln zum Beispiel sein, aber auch Wörter lernen, Rechnen oder mit dem PC arbeiten. Je nachem in welcher Klasse ich eben bin. Nebenbei bringt man dann noch die Kinder zur Physiotherapie oder Logopedie, die auch in dem Haus mit untergebracht sind. Am Ende des Tages ist man dann aber oft schon ganz schön fertig. Einen Tag sind die Kinder weniger anstregend, einen anderen mehr. Auch meine Kollegen die in Aprosuba arbeiten sind total nett. Mit einigen habe ich auch enger Kontakt. Also alle Leute, die ich bis jetzt hier getroffen habe, sind alle sehr hilfsbereit und freundlich. Das liegt aber wahrscheinlich auch daran, dass ich hier einfach in einem kleinen Dorf bin. Das Dorf selbst gefällt mir sehr gut. Es ist zwar klein, hat aber eine sehr schöne Atmosphäre. Man muss sich auch hier ein Dorf mit 1200 Einwohner ganz anders vorstellen als bei uns. Hier gibt es zum Beispiel 2 kleine Tante-Ema-Läden. Die in jeder Woche meist ein anderes Sortiment haben. Es gibt auch zwei Banken, zwei Ärtze und ein Gericht. Ganz wichtig zu erwähnen ist aber, dass hier auf 1200 Einwohner ungefähr 14 Bars kommen. Also eine ganze Menge. Die Spanier lassen aber auch sehr viel Geld in den Bars, von daher ist es kein Wunder, dass sich alle Bars halten können. Denn Abends ist man meist immer in ein oder zwei verschieden Bars, jeden Abend in einer anderen. Auch üblich ist hier, dass man, wenn zum Beispiel Freunde zu einem nach Hause kommen, man schnell auf eine Cervecita (ein Bier trinken) in die Bar geht und eben nicht zu Hause ein Bier trinkt. Auch so sind die Bars am Wochenende Mittags immer gut besucht und auch am Abend die ganze Woche. Ich treffe mich hier mit meinen Freunden auch fast jeden Abend immer in einer Bar. Wobei man hier die Getränke deutlich zu unseren Unterscheiden muss. Das Bier wird hier zum Beispiel nur in 0,2 Liter ausgeschenkt und die Gläser dafür sind meist immer im Gefrierfach. Erfrischungsgetränke oder Tinto de Verano (Rotwein mit Zitronenlimo gemischt, trinke ich immer, sehr lecker) sind zwar in einem 0,3 Glas, aber durch das viele Eis hat man letztendlich auch 0,2 Liter Getränk. Letztendlich sind die Preise hier aber trotzdem verhältnismäßig billig. Für ein Bier 1 €, für Tinto de Verano 1,30 €. Das ist aber hauptsächlich nur in den kleineren Städten oder Dörfern so üblich, in Madrid oder Barcelona sind die Preise für Getränke zum Beispiel sehr teuer. Was hier in den Bars total klasse ist, sind einfach die Tapas. Jedes mal wenn man etwas zum Trinken (normalerweise etwas Alkoholisches) bestellt, bekommt man Tapas dazu und da gibt es eine große Bandbreite. Das können zum einen einmal nur Chips, Oliven, Schinken oder Salchicha sein, dann auch mal fritierte Sardinen, Kalamaris, Tunfischtaschen, kleine Hähnchenschenkel, Schweinefleisch oder ähnliches. Alles sehr lecker und kostenlos. So das war einmal ein kurzer Ausflug in mein Dorf.
Am darauffolgenden Wochenende war ich wieder Angeln und in Badajoz. War auch wieder sehr schön. Wobei es hier jetzt auch schon in den Nächten kälter wird. Braucht man dann doch schon mal einen Pulli. Tagsüber ist das Wetter aber sehr angenehm bis warm. Auch hier eine kleine Erkenntnis. Bis jetzt habe ich sehr selten von einem Spanier gehört, dass das Wetter schön ist. Entweder höre ich "mucho calor" oder "mucho frio", also es ist kalt oder warm. Ich denke mir dann immer nur, das Wetter ist doch gerade total angenehm, erst recht wenn man bedengt wie schlecht das Wetter in Deutschland ist. Naja beim fischen hatten wir diesmal kein Glück. Wenn wir zu unserem Angelplatz fahren kommt man sich auch vor wie im Outback. Man fährt 20 Minuten auf Kieswegen, die entlang den Feldern führen, auf denen die Schafe versuchen etwas Gras zu finden. Zwischendurch muss man dann aussteigen, um die Gatter zu öffnen und zu schließen. Also recht amüsant.
Letztes Wochenende war ich im Norden der Extremadura ungefähr bei Zarza de Granadilla, weil ich mit Asermun (meiner Organisation hier in Spanien) und anderen Jugendlichen aus der Umgebung hier zu den Olympex gefahren bin. Das ist eine Veranstaltung für alle Jugendlichen der Extremadura, die Kultur mit Sport verbinden soll. Wobei hier Sport auch ganz anders definiert wird. Von den Leuten, die ich bis jetzt kennen gelernt habe, treibt zum Beispiel keiner Sport. Sport ist aber allgemein recht wenig verbreitet in Spanien. Jugendliche muss man hier auch anders definieren. Hier zählen als Jovenes (Jugendliche) alle von 14 bis 30. Also ganz anders wie bei uns. Deswegen war auf dieser Veranstaltung auch ein großer Altersunterschied, der aber eigentlich ganz lustig war. Am Samstag waren wir dann auf einer kleinen Halbinsel. Die dem Sport gewidmet ist. Das Zentrum ist ein Gebäude, welches die Form eines Rings hat und die ganz Insel einmal umrundet. Dort haben wir dann "Sport getrieben", also Bogenschießen, Kistenstabeln, Blasrohrschießen, Badmanton, ein bisschen im See padeln, ein paar Sachen, die mit Klettern zu tun hatten. Also keine wirklich anstregenden Sportarten, wie ich finde. Am Abend gab es natürlich wieder fiesta, was natürlich allgegenwärtig ist. Am Sonntag haben wir dann Zarza de Granadilla besucht, ein recht gut erhaltenes kleines Dorf, mit vielen Ruinen und alten Bauwerken. Sehr schön anzusehen. Man muss auch sagen, dass der Norden der Extremadura deutlich grüner ist als bei mit hier. Mehr Bäume, mehr Gras, mehr Berge. Dort sind auch weniger Schafe, sondern man sieht überall Kühe und Stiere grasen. Also alles sehr von Natur geprägt.
Tja jetzt habe ich mal versucht annähernd das Zusammenzufassen, das ich so ein bisschen erlebt habe. Insgesamt gehen hier die Tage sehr schnell vorbei. Ich arbeite ja von 10 bis 17 Uhr, dann macht man irgendwas oder trifft Leute, um 9 esse ich, danach geht man meistens in die Bar und danach nach Hause schlafen. Also ich bin ganz gut beschäftigt. Die Leute, mit denen ich zu tun habe, sind auch total nett, interessiert, hilfsbereit. Nehmen mich auch überall mit hin, komm also ganz gut rum. Wobei man hier sagen muss, dass sehr viele Jugendliche arbeitslos sind. Schon von Grund auf ist die Arbeitslosenquote hier in Spanien sehr hoch, aber unter den Jugendlichen ist sie eben noch höher. Deshalb gehen auch viele Jugendlich aus den kleinen Dörfern weg. Das ist hier ein großes Problem in der Extremdura. Die Provinzen investieren aber auch sehr viel in die kleinen Dörfchen, dass die Leute dort bleiben. Das ist auch so ein Sache hier. Egal mit welcher Summe etwas von der Regierung oder der EU gefördert wird, an dem dazugehörigen Gebäude steht immer auf großen Schildern die Investitionsumme.
Grad fällt mir jetzt nichts mehr weiter ein, wenn doch wird das natürlich nachgeschickt. Anbei sind diesmal noch keine Fotos. Ich hoffe, dass ich bald wieder zu Hause Internet habe, weil hier in der Bibliothek ist es ein bisschen langsam und das Hochladen funktioniert nicht.

Freitag, 10. September 2010

Viva el Toro y la feria

Eigentlich sollte dieser Blog ab Dienstag online sein, also nicht wundern, nur in Puebla ist es zur Zeit mit Internet ein bisschen schwierig.
Das Wochenende ist mit feiern vorüber gegangen und ich habe das erste mal in meinem Projekt gearbeitet. Aber nun ausführlich. Genauso wie in Deutschland ist es auch in Spanien üblich einen Jahrmarkt zu haben, hier wir das feria genannt. Die feria in Castuera war dieses Wochenende und geht noch bis morgen. Ein beachtlicher Unterschied zu unserem Jahrmarkt ist aber, dass das ganze als sehr große Feierlichkeit gesehen wird und deshalb das ganze Dorf für die Dauer der feria frei hat. Die feria selbst begann am Freitag um 22.30, natürlich wie wir Deutschen sind, sind wir um 22.30 dort gewesen. Aber zu dieser Zeit waren kaum Leute da und ein Teil der Buden hat erst noch aufgebaut. Also auch hier muss man die spanische Zeit wieder beachten, die ungefähr, nach meiner Erfahrung besagt, komme bei großen Treffen immer eine Stunde später. Auf der feria selbst gab es ganz viele Essensbuden und Händler mit Schmuck und Allerlei. Erstaunlicherweise waren sogar ein paar Fahrgeschäft da, die aber mehr für die kleinen Kinder waren. Was sofort aufgefallen ist, dass auch hier in Spanien der Autoscooter ein sehr beliebter Treffpunkt der Jugendlichen ist. Sonst gab es drei Bühnen mit Bands, die teilweise Flamenco, Rock oder Pop gespielt haben. Auf der feria habe ich auch zum ersten mal eine spanische süße Spezialität gegessen, die sog. Churros. Das ist ein Spritzgebäck zu einer Wurst geformt, die man dann zusammen mit Schokosoße ist. Sehr lecker. Der Samstag war dann schon sehr außergewöhnlich. Wir haben uns mit ein paar Jugendlichen aus dem Dorf gegen 3 Uhr Nachmittag verabredet. Dann hat man bis abends, aber auch die Erwachsenen, Tapas zusammen mit Bier oder Tinto de Verano getrunken. Dann gab es einen Wechsel, also um 10 ist man dann wieder gegangen, während zu dieser Zeit wieder die Besucher der feria kamen, und ist dann gegen 2 Uhr wieder auf Botellón. Zur Botellón kamen diesmal aber nicht nur die Jugendlichen aus Castuera, sondern auch sehr viele aus der näheren Umgebung, das bedeutet, das rund 700 m lang Auto an Auto stand und die Jugendlichen sich neben viel Musik trafen.
Am Sonntag war ich dann um 11 Uhr bei meinem ersten Ereignis mit Stieren. In Castuera wurde zunächst der örtliche Dorfplatz mit hohen Gittern abgesperrt. Dann startete, natürlich mit einer Stunde Verspätung, das Spektakel. Zunächst wurde ein junger Stier auf den Platz getrieben und besonders die Jugendlichen haben sich mit ihm gemessen. Also sind vor ihm weggerannt oder haben versucht ihn zu provozieren. Daraufhin wurden noch 3 alte Kühe mit in die Arena geschickt, allerdings haben diese nicht so viel gemacht und wollten viel lieber nur rumstehen. Das ganze war also eine Art Stierkampf für die Halbstarken von Castuera. War ganz lustig anzusehen, doch war jetzt nichts besonderes. Jedoch für die Spanier natürlich eine große Freude. Man merkt, dass das ganze stark bei ihnen verankert ist. Während der gesamten feria gibt es nämlich 3 Auftritte der Toros, doch leider kann ich den richtigen Stierkampf nicht sehen, weil dieser morgen ist und ich nicht von Puebla nach Castuera kommen kann. Aber ich denke, ich werde bestimmt noch einmal die Gelegenheit dazu bekommen.
Seit Montag bin ich nun in Puebla. Habe also erst einmal mein Zimmer eingerichtet und bei meinem Projekt genauere Anweisungen bekommen. Ich werde, wie schon gesagt, erst nächste Woche meine richtige Arbeit beginnen. Diese Woche werde ich voraussichtlich in alles so ein bisschen reinschnuppern und das Personal ein bisschen besser kennen lernen. Ich werde ab jetzt auch mit der spanischen Küche mehr in Kontakt treten, weil ich voll verpflegt werde, also ich esse Mittags in Aprosuba, dort gibt es jeden Tag 3 Gänge und es schmeckt auch sehr gut, und abends in der Residenz der Behinderten, also ein Wohnung, in der die Behinderten untergebracht sind, die keine Familie mehr haben oder nicht zu Hause wohnen können.
Morgen habe ich gleich mal frei, weil morgen Tag der Extremadura ist, mal schauen, ob dann etwas irgendwo geboten ist. Anbei ein paar Fotos von der feria.

Donnerstag, 2. September 2010

Mein erster Besuch

So nun kann ich das erste mal näheres über mein kommendes Jahr berichten, denn gestern und heute war ich in Puebla de Alcocer. Puebla ist ein schönes kleines Dörfchen, das am Hang eines Berges liegt, auf dem eine Burg gelegen ist. Zunächst einmal wurden mir gestern meine Wohnungen gezeigt, denn ich habe die Wahl zwischen einem Hostel und einer Wohnung. Das Hostel ist für ungefähr 50 Personen ausgelegt. Das darf man sich aber nicht wie ein deutsches Hostel vorstellen, dass jeden Tag Leute ab und anreisen, sondern es ist eher eine Art Seminargebäude. Das bedeutet, dass meistens Gruppen für ein Wochenende kommen, wobei das hier auch nicht sonderlich regelmäßig ist, sondern ungefähr einmal im Monat oder so. Von daher werde ich wahrscheinlich die meiste Zeit alleine in diesem Gebäude leben. Der Vorteil dabei ist einfach, dass dort alles sehr gut eingerichtet ist und alles möbliert ist. Außerdem hat man einen tollen Ausblick von der Terrasse auf die Landschaft der Extremadura. Die andere Wohnung ist ein Reihenhaus mit ungefähr 4 Zimmern. Der Nachteil hierbei ist aber, dass dort keine Möbel sind und das ganze erst einmal renoviert werden müsste, also mit wesentlich mehr aufwand einhergeht. Es würde zwar alles gemacht werden, aber ich habe keine Ahnung, in wie weit das ganze renoviert werden würde und wie viele Möbel letztendlich dort eingerichtet werden. Von daher werde ich mich wahrscheinlich für das Hostel entscheiden, auch wenn es sehr groß für eine Person ist. Die ganzen Wohnungen wurde mir gleich einmal vom örtlichem Bürgermeister vorgestellt, mit dem wir danach noch in die örtliche Bar etwas trinken gegangen sind. Er hat mit auch gleich seine Hilfe bei jeglicher Art von Problemen angeboten. Also die Leute, die ich bis jetzt hier getroffen habe, waren alle sehr zuvorkommen und alle haben mir gleich ihre Hilfe angeboten. Heute sind wir dann noch in meine Projektstelle gefahren, weil wir gestern leider nicht hingehen konnten. Die Projektstelle an sich schaut von außen sehr klein aus, doch innen ist einiges untergebracht. Die meisten Behinderten werden von außerhalb zu Aprosuba 12, der Name meines Projektes, mit Busen hingefahren. Die Behinderten sind aus jeder Altersgruppe und werden dort den ganzen Tag oder bis zum Mittag betreut. Ich selbst werde voraussichtlich im Bereich der Erziehung arbeiten. Zunächst werde ich aber erst andere Aufgaben wahrnehmen, weil der Unterricht für die Kinder noch nicht angefangen hat. Neben dem Klassenzimmer haben sie auch einen kleinen Sportraum, ein Zimmer für Kleinkinder, einen Aufenthaltsraum und einen Speisesaal. In einem anderen Gebäude produziert ein Teil der Behinderten gestickte Bilder mit selbstgemachten Bilderrahmen. Einen Swimmingpool haben sie sogar auch. Wie auf die typische spanische Art wurde ich natürlich gleich dem ganzen Personal mit Küsschen links, Küsschen rechts vorgestellt. Das ganze Umfeld hat mir auf jeden Fall schon einmal zugesagt, mal schauen wie dann die Zusammenarbeit funktioniert. Das große Problem ist häufig noch das Verstehen der Spanier. Mit meinen Mitbewohnern fange ich jetzt schon an mehr spanisch zu sprechen, aber die Spanier sprechen häufig in einem so schnelle Tempo, dass man, besonders wenn mehrere Leute in einem Raum gleichzeitig sprechen, kaum die Wörter versteht. Aber das wird jetzt hoffentlich bald besser werden. Denn bis jetzt geht es eigentlich erstaunlich gut voran, obwohl ich erst knapp 3 Wochen hier bin. In Aprosuba werde ich dann ab kommenden Dienstag arbeiten. Nachdem wir dann Aprosuba 12 besucht hatten, sind wir noch auf die Burg von Puebla gefahren. Von dort aus hat man einen traumhaften Ausblick über die gesamte Gegend. Ich hoffe, heute klappt es einmal mit den Bildern. Hatte jetzt schon öfters versucht einige hochzuladen, es hat aber nie so funktioniert wie ich mir das vorgestellt hatte. Also heute mal ein paar Impressionen aus Puebla.
Hier sind noch ein paar Bilder aus Mérida

Samstag, 28. August 2010

Ciao!

Nachdem nun die Italiener von Sizilien in Castuera am Sonntag angekommen sind, haben wir natürlich einiges mit ihnen gemeinsam unternommen. Darunter war zum Beispiel auch ein Ausflug nach Mérida. Eine etwas größere Stadt ungefähr eineinhalb Stunden Fahrzeit von Castuera entfernt. Zunächst einmal haben wir Informationen über die Jugendarbeit in der Extremadura erhalten, denn man versucht mit sehr vielen Einrichtungen und Veranstaltungen die Jugendlichen in der Extremadura zu halten. Ein großes Problem nämlich ist, dass viele Jugendliche aus der ländlichen Region der Extremadura in die größeren Städte ziehen wollen und somit viele kleine Dörfer langsam aussterben. Besonders in diesen Bereich fließen sehr viele Gelder der EU. Aber meines Erachtens sehr gut eingesetzt; in Castuera zum Beispiel in ein Jugendzentrum, in dem man die Möglichkeit hat ins Internet zu gehen, professionell zu malen und ein ganzes Musikstudio ist auch vorhanden, in dem dann Jugendbands ihre Musik aufnehmen können. Den Nachmittag haben wird dann mit römischen Überresten verbracht. Denn Mérida wurde schon von den Römern gegründet und hat deshalb sehr viel alte Substanz. So haben wir die Monumente eines Aquädukts, Theaters, in dem heute noch Stücke aufgeführt werden, und Amphitheaters gesehen. Das ganze war zwar sehr interessant und anschaulich, doch das Wetter hat leider nicht mitgespielt. Das ganze haben wir nämlich bei 46 °C gemacht und wir waren die ganze Zeit in der prallen Sonne. Zum Glück sind wir danach noch in ein Museum in dem natürlich die Klimaanlagen auf Hochtouren liefen, wie überall in der ganzen Extremadura. In diesem Museum hat man besonders viele alte, sehr gut erhaltene Mosaike gesehen. Auch eine sehr interessante Montage war in der Ladenpassage von Mérida. Dort sind nämlich an den Häusern viele kleine Wasserdüsen angebracht, die dann auf den Fußweg einen Wassernebel sprühen. Das ganze ist natürlich sehr angenehm, aber ich will nicht wissen, wie viel Wasser dort jeden Tag verbraucht wird.
Gestern war ich dann das erste mal an einem der Seen, die ungefähr 20 km von Puebla entfernt sind. Denn in Spanien hat man vor einigen Jahren angefangen sehr viele Staudämme zu bauen, zum einen um die Wasserversorgung zu sichern, zum anderen um Strom zu gewinnen. In der Nähe von hier sind zwei, die eine doch recht beachtliche Größe aufweisen. Dort sind wir dann an einer Art künstlich aufgeschüttetem Strand gewesen, der sehr schön angelegt war. Das ganze soll auch schon ein Vorbote für den kommenden Tourismus sein, denn man versucht nun die Extremadura auch touristisch zu erschließen, was bisher noch nicht durchgeführt wurde. Hier will man dann vor allem mit dem traditionellem spanischen Flair die Touristen anlocken. In wie weit das klappen wird, werde ich wahrscheinlich selbst erfahren, denn Puebla ist eines von zwei „traditionellen“ Dörfern, in die die Touristen gelockt werden sollen. Von diesem Strand aus habe ich sogar schon meine Burg in Puebla gesehen, die auf einem Berg aus dem Flachland der Region herausragt. Nächste Woche werde ich zum Glück mehr erfahren.

Sonntag, 22. August 2010

Caliente! Caliente!

Heute melde ich mich einmal aus dem heißen Spanien. Zur Zeit erleben wir mit 38 °C die ganz normale Hitze in der Extremadura. Das bedeutet, dass man gegen Mittag keinen Einwohner auf den Straßen sieht. Das ist aber auch vollkommen verständlich. Im Schwimmbad habe ich auch zum ersten mal eine der Spezialitäten der Extremadura ausprobiert und zwar den Jamón Ibérico. Also einen Schinken, der aus wild lebenden Schweinen gemacht wird, die sich hauptsächlich von Eicheln ernähren. Und ich muss sagen, dass er wirklich sehr gut schmeckt. Kann ich jedem nur empfehlen zu probieren, wenn er die Möglichkeit dazu hat. Über mein Projekt in dem ich arbeiten werde, habe ich nun auch schon wieder mehr erfahren. In Puebla ist die Einrichtung Aprosuba relativ klein und die meisten Behinderten werden zu dem Projekt hingefahren. Das ganze ist eine Art Ganztagsbetreuung für Behinderte jeden Alters. Meine genau Arbeit, die ich dort verrichten werde, ist aber noch unklar, da es für Puebla das erste mal ist, dass sie einen Freiwilligen aus dem Ausland bei sich arbeiten lassen. Denn die Projekte von Aprosuba haben erst damit angefangen ausländische Freiwillige in ihre Projekte einzubinden. Das Ziel dabei ist, den interkulturellen Austausch auch für Behinderte leicht zugänglich zu machen. Aber bis ich noch genauere Infos über meine Arbeit erfahre, werde ich mich noch 2 Wochen gedulden müssen. An diesem Wochenende hatte ich auch das erste mal Kontakt mit spanischen Jugendlichen. Denn in Spanien ist es normal, dass sich alle Jugendlichen des Dorfes oder der Stadt an einem Punkt treffen und dort gemeinsam feiern. So ist es eben auch in Castuera. Das bedeutet, dass viele aus Castuera und der Umgebung sich am Rand von Castuera gemeinsam treffen. Nur mit einem großen Unterschied. Dies geschieht nicht um 9 oder 10 Uhr wie in Deutschland, sondern man trifft sich frühestens gegen 2 Uhr nachts. Also hier ticken die Uhren wirklich ganz anders. Natürlich feiert man dann auch bis 7 oder 8 Uhr morgens. Grundlegend kann ich feststellen, dass sich das gesellschaftliche Leben hier wirklich erst abends oder nachts abspielt. Denn auch die älteren Leute bis ins hohe Alter sitzen bis um 2 Uhr nachts in den Restaurants.

Mittwoch, 18. August 2010

Erster Blog aus Spanien

So nun kann ich meinen ersten Bericht aus Spanien verfassen. Nachdem ich mit meiner Zugfahrt von Nürnberg über Paris nach Madrid innerhalb von 23 Stunden in Spanien angekommen bin, verweile ich jetzt in dem Dorf/Stadt Castuera, das/die man in der Extremadura mit 6.000 Einwohnern als nicht gerade klein bezeichnen darf. Denn wie der Name Extremadura gut beschreibt, ist es hier wirklich extrem. Sobald man mit dem Zug von Madrid nach Castuera 6 Stunden gefahren ist, sieht man immer weniger Dörfer und Städte und mehr und noch viel mehr Ebenen, Berge und verfallene Gebäude. Also kann ich den Beschreibungen in den Reiseführern nur zustimmen, dass man hier mehrere Kilometer lang keine Menschenseele antreffen kann. Demzufolge stimmt es auch, dass die Extremadura die niedrigste Bevölkerungsdichte in Spanien aufweist. Castuera selbst ist sehr schön und hat auch verhältnismäßig viele Geschäft, besonders hier zu nennen ist, dass auf 6.000 Einwohner ungefähr 13 Banken kommen :-). Die nächsten 2 Wochen werde ich jetzt hier in einer WG leben, in der noch 3 andere Mädchen wohnen, die aber nur ein Praktikum für 2-6 Monate in Castuera machen. In den 2 Wochen werden wir direkt vom Büro von unserer Organisation betreut und haben die nächsten Tage immer Sprachkurs und werden die nächste Woche auch noch eine italienische Gruppe mitbetreuen, die zum interkulturellen Austausch in die Extremadura fahren wird. Was aber zum Glück zur Zeit noch nicht extrem ist, ist das Wetter. Wir wurden mit Regen begrüßt und auch heute ist es noch nicht allzu warm. Denn laut den anderen Freiwilligen ist es mit ungefähr 25°C recht kühl. Normalerweise soll es hier nämlich 45°C haben. Mal schauen, wann uns diese Hitze auch einholt. Internet habe ich hier zum Glück auch. Dies haben wir aber nicht zu Hause, sondern vor einer Bücherei in der Innenstadt, das dann einem Internetmeeting auf der Straße ähnelt . Also ganz amüsant. Natürlich haben wir auch schon die spanische Siesta kennen gelernt. Dies entspricht hier einer „Mittagsruhe“ von 14-18 Uhr, also sehr ausgedehnt. Dafür ist dann aber abends mehr in den Straßen los. Das wäre es erst mal von mir. In diesem Sinne Buenas Tardes.

Montag, 9. August 2010

Ja noch bin auf meinem 10 tägigen Infoseminar des ICJA. Doch jetzt rückt die Ausreise immer näher, denn bis Sonntag, also meiner Abreise mit dem Zug um 10.00 ab Nürnberg, ist es nun weniger als eine Woche hin. Auch wenn das Infosemínar sehr anstrengt, weil man den ganzen Tag Wissensinput bekommt, ist es sehr interessant, weil trotzdem immer wieder Situationen und Themen besprochen werden, die für das Auslandsjahr sehr wichtig und informativ sind. Natürlich lernt man auch viele andere Leute kennen, die in ganz verschiedene Länder reisen werden. Darunter ist auch mein einziger Mitreisender, mit dem ich meine Zeit in Spanien wohl des öfteren verbringen werde :-). Insgesamt freu ich mich nun schon sehr auf meine Ausreise, insbesondere weil man immer wieder Filme und Infos von ehemaligen FSJlern sieht und hört, die natürlich die eigene Motivation und Neugierde weiter steigern.